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Wettbewerb
08/31/2011

US-Regierung blockiert Verkauf von T-Mobile USA

Das US-Justizministerium klagt Gerichtsunterlagen zufolge gegen den Verkauf von T-Mobile USA an den Telekommunikationskonzern AT&T. Die Transaktion berge die Gefahr, dass ein bedeutender Wettbewerber aus dem Mobilfunkmarkt verschwinde, erklärte die Behörde am Mittwoch.

Die Deutsche Telekom könnte auf ihrer amerikanischen Mobilfunktochter T-Mobile USA sitzenbleiben. Wettbewerbsbedenken könnten den 39 Milliarden Dollar (27 Mrd Euro) schweren Verkauf an den US-Telekommunikationsriesen AT&T scheitern lassen.

Die US-Wettbewerbshüter haben am Mittwoch Nein zu dem 39 Milliarden Dollar (27 Mrd Euro) schweren Verkauf an den Telekommunikationsriesen AT&T gesagt. „Wir wollen das Geschäft blockieren, um den Wettbewerb zu sichern“, sagte James Cole vom Justizministerium in Washington. Das Justizministerium reichte Klage gegen die Übernahme ein. Damit liegt der komplette Fall nun vor einem Gericht in Washington.

Steigende Preise befürchtet
Die Sorge der Wettbewerbshüter ist, dass durch die Fusion der beiden Mobilfunknetze die Preise steigen und der Service schlechter wird. Schon seit Monaten formiert sich der Widerstand in mehreren US-Bundesstaaten. Dagegen hatte eine Reihe von Technologiekonzernen das Wort für die Deutsche Telekom und AT&T ergriffen. Microsoft, Facebook, Yahoo und andere erhoffen sich durch den Zusammenschluss einen zügigen Ausbau der überlasteten Netze.

Nach der Übernahme würden von vier landesweiten Mobilfunkanbietern nur noch drei übrig bleiben. Selbst das am Mittwoch geäußerte Versprechen von AT&T, nach der Übernahme 5000 Call-Center-Jobs aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten zu verlagern, scheint die Kartellwächter nicht überzeugt zu haben.

Die Aktie der Deutschen Telekom verlor in einer ersten Reaktion vier Prozent, auch AT&T lag im Minus. Dagegen konnte der kleinere US-Rivale Sprint um fast acht Prozent zulegen. Sprint gilt als größter Verlierer, sollte die Fusion durchgehen.

Vom Gegenwind überrascht
AT&T zeigte sich überrascht von dem Gegenwind und will um die Übernahme kämpfen: „Wir bleiben zuversichtlich, dass dieser Zusammenschluss im besten Interesse der Konsumenten und unseres Landes ist, und dieser Fakt wird vor Gericht obsiegen.“ AT&T hatte versprochen, das von datenhungrigen Smartphones und Tablet-Computern überlastete Mobilfunknetz zügig auszubauen.

Sollte der Kauf am Ende tatsächlich platzen, muss AT&T der Deutschen Telekom drei Milliarden Dollar als Entschädigung zahlen und würde zudem in seinem Bemühen zurückgeworfen, den bisherigen Marktführer Verizon zu übertrumpfen.

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