B2B
06.10.2015

USA: Apples iPhone 6s sorgt für höheres Handelsdefizit

Die im Ausland produzierten iPhones drücken die Handelsbilanz der USA. Die Importe sind um vier Milliarden Dollar angestiegen, die Hälfte davon entfalle auf Smartphones.

Das Defizit in der US-Handelsbilanz hat sich im August im Rahmen der Erwartungen deutlich vergrößert. Der Fehlbetrag sei um knapp 6,5 Milliarden US-Dollar auf 48,33 Milliarden Dollar (42,72 Mrd. Euro) gestiegen, teilte das Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Bankvolkswirte hatten einen geringfügig schwächeren Zuwachs des Defizits auf 48,00 Milliarden Dollar erwartet.

Problem mit starkem Dollar

Der Fehlbetrag vom Vormonat Juli wurde leicht nach unten revidiert und lag bei 41,81 (zuvor 41,86) Milliarden Dollar. Neben den üblichen Verdächtigen wie dem starken Dollar und der schwächelnden Weltkonjunktur sehen Experten auch die Einführung des iPhone 6s durch den Apple-Konzern in der Mitverantwortung.

Die Zahlen demonstrierten, wie die globale Wachstumsschwäche und der starke Dollar den US-Außenhandel beeinflussen, schreibt Steve Murphy, Ökonom beim Londoner Forschungsunternehmen Capital Economics. Die Exporte sind um 2 Prozent gesunken. Aber auch das neue iPhone 6s habe Druck auf die Handelsbilanz ausgeübt.

US-Konzern sorgt für Trubel

Eigentlich könnte man denken, dass die Einführung eines neuen US-Produkts den amerikanischen Export stützt. Die Mobiltelefone von US-Herstellern werden aber in der Regel nicht in den USA produziert, sondern in Billiglohnländern in Übersee. Darum treibt deren Absatz in den USA die Importe nach oben. Der Anstieg der Einfuhren um 4 Milliarden Dollar sei zur Hälfte auf gestiegene Einfuhren von Handys zurückzuführen, so Murphy.

Doch iPhone hin oder her: Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist chronisch. Die weltgrößte Volkswirtschaft konsumiert bereits seit Jahrzehnten mehr, als sie im Inland produziert. Dies macht hohe Überschüsse in der Kapitalbilanz erforderlich.