Insider
10/22/2011

Vimpelcom lässt Finger von Telekom Austria

Der russische Telekomkonzern Vimpelcom will Unternehmenskreisen zufolge nicht bei der teilstaatlichen Telekom Austria einsteigen.

"Vimpelcom ist nicht interessiert und führt keine Gespräche über einen Kauf von Telekom-Austria-Aktien", sagte ein Insider aus dem Umfeld von Vimpelcom am Freitag zu Reuters. Zuvor hatte das österreichische Magazin "Format"

, der österreichische Investor Ronny Pecik habe sich gemeinsam mit Partnern bereits 20 Prozent an der Telekom gesichert und wolle das Paket an die Russen oder deren türkischen Partner Turkcell weiterreichen.

Dem Insider zufolge stehen Zukäufe für Vimpelcom derzeit aber nicht auf der Agenda. Die Russen wollten sich stattdessen auf die Integration ihrer bestehenden Beteiligungen konzentrieren. Eine Vimpelcom-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. An der Börse gaben die anhaltenden Spekulationen über den Investoren-Einstieg den Telekom-Aktien erneut Auftrieb. Das Papier lag am späten Freitagnachmittag mit 3,0 Prozent im Plus bei 8,334 Euro.

"Keine Aktionäre diskriminieren"
Telekom-Chef Hannes Ametsreiter sieht dem Einstieg neuer Großaktionäre mit gemischten Gefühlen entgegen. Zwar sei das Management offen für Gespräche und wolle "keine Aktionäre diskriminieren", sagte er am Rande der "Gewinn-Messe" in Wien. Es sei jedoch wichtig zu verstehen, was die Erwartungen der neuen Anteilseigner seien.

Investor Pecik hatte am Montag bestätigt, sich Optionen für gut fünf Prozent der Telekom-Aktien gesichert zu haben. Dem Magazinbericht zufolge hat er mit seinen Partnern weitere Optionspakete bei Schweizer Banken geparkt, die diese treuhänderisch verwalten und gegebenenfalls an Pecik verkaufen würden. Ab dem Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle wäre ein Pflicht-Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig.

Zuletzt war auch über eine feindliche Übernahme des Telekomkonzerns spekuliert worden. Das Unternehmen steht zu gut 70 Prozent in Streubesitz, die Staatsholding ÖIAG hält 28,4 Prozent. Über eine Aufstockung des Staatsanteils gebe es derzeit keine Gespräche, sagte Ametsreiter.

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