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Kontaktloses Zahlen
01/16/2013

Visa: "Fehlende NFC-Terminals sind Knackpunkt"

Visa sieht in Österreich noch deutliches Potenzial für Kartenzahlungen und hofft, dass die Zahlung per NFC-Technologie 2013 in Schwung kommt. Knackpunkt seien bisher die fehlenden Terminals in den Geschäften. In Deutschland liefen die NFC-Versuche von Visa unterdessen eher schleppend an.

Österreich ist noch immer ein cashorientiertes Land mit einem Bargeldanteil bei Zahlungen im Handel von 85 Prozent", sagte Kurt Tojner, Geschäftsfüher von Visa Europe in Österreich, am Dienstag. In anderen europäischen Ländern wie z.B. Slowenien werde viel öfter mit Karte gezahlt, heißt es. Die Zahl der Visakarten erhöhte sich 2012 in Österreich jedoch um 11,7 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Stück. Europaweit stiegen die Verbraucherausgaben mit Visa-Bankkarten um 8,8 Prozent und knackten damit erstmals die Marke von einer Billion Euro.

Für 2013 hofft Tojner, dass kontaktloses Bezahlen in Österreich in Schwung kommt. Derzeit seien nur 35.000 bis 40.000 Visa-Karten mit der NFC-Technologie (Near Field Communication) ausgestattet, bis Jahresende sollen es aber bereits 150.000 bis 200.000 sein, so Tojner.

, wird im März 2013 zudem die Maestro-Bankomatkarte mit der NFC-Funktion ausgestattet. Bis Jahresende sollen bereits vier Millionen Bankomatkarten mit NFC ausgestattet und im Umlauf sein, erzählt Rainer Schamberger von Payment Services Austria (PSA) der futurezone.

Terminals großteils noch nicht umgerüstet
Knackpunkt sei aber die NFC-Umrüstung der Bezahlterminals bei den Händlern, meint Tojner. Man habe nun 25.000 Terminals identifiziert, die sich für das kontaktlose Bezahlen von kleinen Beträgen besonders eignen, etwa in Supermärkten oder Kopiershops. Diese sollen in den nächsten 18 bis 26 Monaten für NFC ausgerüstet werden.

Sie sollen laut Branchen-Insidern auch untereinander kompatibel sein - das heißt, die Terminals von den unterschiedlichen Anbietern wie Paylife, First Data oder Card Complete werden technisch dazu und der Lage sein, alle Maestro NFC-Bankomatkarten, sowie die Standards der Visa- und MasterCard-Kreditkarten zu akzeptieren.Derzeit gibt es nur vereinzelt die Möglichkeit, kontaktlos zu zahlen z.B. in einigen

-,
- und Schlecker-Filialen, bzw. per Quick-NFC beim Thalia. Jedoch zeigten bereits weitere große Handelsbetriebe sowie McDonalds (der auch beim
dabei war) "Interesse" an der Umrüstung ihrer Terminals.

Mit der NFC-Technologie muss die Karte nur noch kurz nach dem "Touch & Go"-Prinzip an das Bezahlterminal gehalten werden. Weder eine Unterschrift noch die Eingabe eines PIN-Codes ist für die Abbuchung von Beträgen bis 25 Euro nötig.

In Deutschland erst "ein paar tausend Mal" genutzt
In Deutschland, wo die Kartennutzung etwa auf demselben niedrigen Niveau ist wie in Österreich, sind NFC-Versuche bisher eher schleppend angelaufen. Vielen Deutschen ist dies offenbar noch suspekt. Rund 350.000 Bankkarten hat Visa Europe im vergangenen Jahr über seine sieben Partnerbanken ausgegeben, mit denen etwa in Douglas -Parfümerien und an Orlen -Tankstellen auch kontaktlos bezahlt werden kann. Doch genutzt worden sind die Karten dafür erst ein paar tausend Mal, wie Visa-Deutschland-Geschäftsführer Ottmar Bloching am Dienstag in Frankfurt einräumte.

Auch die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) räumte ein, dass die Kunden die Möglichkeiten kaum nutzen: „Wir müssen nun besonderes Augenmerk auf das Bezahl-Verhalten an den Kassen legen und mehr Aufmerksamkeit bei den Kunden schaffen." Visa-Europe-Mann Bloching ist direkter: „Wir müssen die Akzeptanz erhöhen. Das ist nicht so schnell gegangen wie erwartet."

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