B2B
02.09.2013

Vodafone vor Mega-Deal um Verizon Wireless

Verizon könnte Vodafone den Anteil am gemeinsamen Unternehmen Verizon Wireless abkaufen und ist offenbar bereit dafür 130 Milliarden Dollar auszugeben.

Der einen Verkaufserlös von 130 Milliarden Dollar verheißende Ausstieg von Vodafone aus dem US-Mobilfunkgeschäft steht offenbar kurz bevor. Die Führungsgremien des britischen Rivalen der Deutschen Telekom und seines amerikanischen Partners Verizon berieten am Wochenende über eine Auflösung ihres US-Joint-Ventures, bei dem sie schon seit langem über die Strategie streiten, wie am Samstag aus dem Umfeld der Verhandlungen verlautete. Schon am Montag könne eine Einigung über eine vollständige Übernahme von Verizon Wireless durch die US-Mutter verkündet werden. Sollten beide Konzerne nach 13 Jahren getrennte Wege gehen, wäre es die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt.

Verizon wolle den Kauf des 45-Prozent-Anteils von Vodafone an dem größten US-Mobilfunkanbieter zur Hälfte über Kredite und Anleihen in Höhe von 65 Milliarden Dollar finanzieren, sagten eingeweihte Personen. Die übrigen 65 Milliarden Dollar wolle der Konzern mit eigenen Aktien zahlen. Einige europäische Geschäftsteile würden an Vodafone gehen, wodurch die Steuerlast des britischen Konzerns um fünf Milliarden Dollar sinken könnte. Die beiden Unternehmen wollten sich nicht dazu äußern.

Trennungsbemühungen


Vodafone und Verizon streiten sich schon seit langem über Strategie und die Verwendung der reichlich gefüllten Kassen ihres Gemeinschaftsunternehmens. Nach einigen gescheiterten Trennungsversuchen hatte Vodafone am Donnerstag erklärt, abermals mit Verizon über einen Rückzug zu verhandeln. Insidern zufolge haben vor allem die steigenden Kreditzinsen und der gesunkene Aktienkurs von Verizon den US-Konzern veranlasst, die Gespräche in den vergangenen Wochen voranzutreiben, um den Deal nicht noch teurer werden zu lassen.

Für Vodafone käme der Geldregen zu einem günstigen Zeitpunkt, da der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt massiv in das Festnetz und superschnelle Internetanschlüsse investiert. Jüngster Coup ist die Übernahme von Kabel Deutschland für knapp elf Milliarden Euro. Das ist wenig im Vergleich zu früheren Vodafone-Deals: Auf dem Höhepunkt der New Economy im Jahr 2000 legte der Konzern für den deutschen Mobilfunker Mannesmann 200 Milliarden Dollar auf den Tisch. Es war die teuerste Übernahme aller Zeiten. In den Boom-Jahren saß das Geld so locker, dass der zweitgrößte Deal nicht lange auf sich warten ließ: 2001 schluckte der US-Medienriese Time Warner den amerikanischen Internet-Anbieter AOL für 165 Milliarden Dollar. Die Fusion entpuppte sich Jahre später allerdings als kompletter Fehlschlag, der Konzern wurde wieder zerschlagen.