New Economy
06/03/2011

YLine: Anklageentwurf nach zehn Jahren

Staatsanwaltschaft: Anklage gegen "rund ein Dutzend" Ex-Manager der Pleitefirma

Vor zehn Jahren ist die Wiener Internetfirma YLine pleitegegangen, jetzt hat die Staatsanwaltschaft einen Anklageentwurf vorgelegt, berichtet die „Wiener Zeitung“. „Der Vorhabensbericht liegt im Justizministerium“, bestätigt demnach Staatsanwaltschaftssprecher Thomas Vecsey.
Gegen „rund ein Dutzend“ Manager bei Yline solle Anklage erhoben werden. Der Schaden soll im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, schreibt die „Wiener Zeitung“.

Konkurs verschleppt
Yline ist im September 2001 in Konkurs gegangen, im September 2009 hat der Masseverwalter eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt. Sein Vorwurf: YLine habe nie Gewinne generieren wollen, der Konkurs sei verschleppt worden. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft bis jetzt keine Anklage erhoben, nicht zuletzt weil der zuständige Staatsanwalt Georg Krakow zwischenzeitlich für die Anklage gegen BAWAG-Chef Helmut Elsner abgezogen wurde. Nun drohen Probleme wegen Verjährung.

60 Millionen Euro aufgenommen
Rund 26 Millionen Euro wurden bei YLine als Konkursforderungen anerkannt, rund neun Millionen Euro wurden in zwei Schritten 2007 und 2008 den Gläubigern ausbezahlt. Ursprünglich hatte YLine über zwei Börsengange und weitere kleinere Kapitalerhöhungen über 60 Millionen Euro aufgenommen. An die Börse gekommen war die YLine-Aktie 1999 zu 29 Euro das Stück, ihr Rekordhoch hatte sie März 2000 mit 278 Euro.