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Paradox
08/06/2012

Zensur-Skandal steigert Twitter-Anmeldungen

Die Vorwürfe gegen den Kurzblog-Dienst, den britischen Reporter Guy Adams nach Kritik am Twitter-Partner NBC mundtot gemacht zu haben, führten angeblich zu einem verstärkten Zustrom neuer Nutzer. Die breitere Berichterstattung zu der Angelegenheit könnte dafür verantwortlich sein.

Der Zensur-Skandal rund um Twitter, NBC und die Olympischen Spiele hat zu einem signifikanten Anstieg der Anmeldungen beim Kurzblog-Dienst geführt, berichtet TechCrunch unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Twitter hatte den britischen Reporter Guy Adams gesperrt, nachdem dieser lautstarke Kritik an der Olympia-Übertragung des US-TV-Senders NBC twitterte und die E-Mail-Adresse des zuständigen NBC-Managers veröffentlichte. Adams Sperre war nach Zensur-Vorwürfen gegen Twitter nach wenigen Tagen

worden. Über den Vorfall wurde weltweit berichtet, was zu einer starken Bekanntheits-Steigerung von Twitter geführt haben dürfte.

Twitter räumte als Kooperationspartner von NBC den Fehler ein, mit Adams Sperre eigeninitiativ gehandelt zu haben, obwohl Nutzer normalerweise erst dann gesperrt werden, wenn es zu begründeten Protesten von anderen Nutzern kommt. Der nun unerwartet erscheinende Zustrom neuer Nutzer kommt für Twitter gerade recht. Das jahrelang strauchelnde Geschäft mit Werbeanzeigen am Kurzblog-Dienst nimmt gerade erst Fahrt auf. Wie Bloomberg berichtet, könnte Twitter im Jahr 2014 erstmals die Milliarden-Dollar-Grenze bei Werbeeinnahmen durchbrechen. In weiterer Folge könnte Twitter einen Börsengang anstreben.

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