B2B
30.11.2012

Zweifel an eBays Firmensitz in Luxemburg

In Deutschland und Großbritannien mehren sich Zweifel am Luxemburger Firmensitz der Online-Handelsplattform eBay. Das hätte massive steuerliche Auswirkungen.

Das US-Unternehmen eBay hat seit 2007 seinen Firmensitz im Großherzogtum und kann daher für alle Verkäufe in Europa 15 Prozent Mehrwertsteuer verrechnen. Die Erlöse werden aber über die Schweiz verbucht, die sich eines besonders günstigen Steuersatzes rühmt.In Luxemburg habe eBay nur neun Mitarbeiter, schreibt Reuters. Der offizielle Umsatz habe 2011 fünf Millionen Dollar ausgemacht. Dabei habe eBay seit 2007 in Deutschland 6,1 Milliarden Dollar (4,71 Mrd. Euro) und in Großbritannien fünf Milliarden Dollar umgesetzt.

Wäre die Zentrale von eBay in der Schweiz gewesen, dann hätte das Unternehmen die Mehrwertsteuer jenes EU-Landes verrechnen müssen, in dem ihre Waren gekauft wurden. Selbst wenn man annehme, dass die Hälfte der Waren über vorsteuerabzugsberechtige Firmen verkauft wurden, hätte eBay seit 2007 in Deutschland 580 Millionen Dollar und in Großbritannien 500 Millionen Dollar Mehrwertsteuer zahlen müssen, rechnet Reuters vor.

Beweisfrage
Die große Frage sei nun, ob eBay beweisen könne, dass eBay Europe Sarl mit Sitz in Luxemburg Anbieter der Dienstleistungen für die EU-Bürger war - womit es steuerlich als Firmensitz gelten würde.Bei Einnahmen von 3,1 Milliarden Dollar in Deutschland und Großbritannien alleine habe eBay Europe 2011 aber nur fünf Millionen Euro Umsatz ausgewiesen. Das Unternehmen habe nicht zur Frage Stellung nehmen wollen, warum die Umsätze über die Einheit in Bern gebucht wurden, so Reuters.

Amazon, das rund die Hälfte seiner Einnahmen außerhalb der USA über Luxemburg verrechnet, habe im Schnitt der vergangenen vier Jahre 6 Prozent Steuern auf den außer-amerikanischen Gewinn gezahlt, eBay hingegen drei Prozent. eBay verweist gegenüber Reuters darauf, sich an alle steuerrechtlichen Bestimmungen in Europa und international zu halten.

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