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Aktien
12/17/2011

Zynga-Börsengang: Minus nach Tag eins

Der Spieleproduzent wagte sein IPO an der Nasdaq. Mit einem Ausgabekurs von 10 Dollar wurde eine Milliarde Dollar eingenommen. Bei Börsenschluss war eine Aktie fünf Prozent weniger wert. Die flaue Nachfrage sollte nun Facebook zu denken geben, welches ebenfalls den Börsengang plant.

Der größte Internet-Börsengang eines US-Unternehmens seit Google ging am Freitag holprig über die Bühne. Nachdem die Aktien des Onlinespiele-Spezialisten Zynga zuerst über ihren Ausgabekurs von 10 Dollar stiegen, rutschten sie schon bald ins Minus und schlossen am Ende des Handels um 5 Prozent niedriger bei 9,50 Dollar. Nachbörslich ging es weiter abwärts. Eine solche Kursentwicklung ist bei Börsengängen von Technologieunternehmen keine Seltenheit.

Flaue Nachfrage trotz florierendem Geschäft

Die flaue Nachfrage nach den Anteilsscheinen dürfte auch Facebook zu denken geben. Dem größten sozialen Online-Netzwerk werden Börsenambitionen für das kommende Jahr nachgesagt. Während Zynga bei seinem Börsendebüt eine Milliarde Dollar (765 Mio. Euro) einnahm, soll Facebook 10 Milliarden Dollar anpeilen. Die Unternehmen sind eng verbandelt: Der Großteil der Zynga-Spieler stammt von Facebook; viele Facebook-Nutzer wiederum kehren wegen der Zynga-Spiele immer wieder zurück.

Zynga hat die erfolgreichen Simulationen "Cityville", "Castleville" und "Farmville" entwickelt, bei denen Spieler eine Stadt, ein mittelalterliches Königreich oder einen Bauernhof aufbauen. Das Spielen ist an sich ist kostenlos, Nutzer können aber für kleine Beträge virtuelle Güter kaufen, auf die sie sonst lange warten müssten. "Farmville"-Bauern kommen beispielsweise dank eines Traktors schneller voran. 223 Millionen Facebook-Nutzer pro Monat tummeln sich in den Spielen.

Allgemeine Stimmung: Schlecht
Das Unternehmen macht Gewinn, doch zuletzt waren Zweifel aufgekommen, ob Zynga auch in Zukunft mit einem solchen Zulauf an Spielern rechnen darf. Überdies ist die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt wegen der Schuldenkrise gerade nicht rosig. Google war schon 2004 an die Börse gegangen und hatte damals 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt.