Digital Life
10.04.2011

12-Jähriger programmiert Facebook-Check

Der 12-Jährige Dominic Gebhart aus Bludenz programmierte einen Facebook-Check sowie mehrere Computerspiele. Die futurezone traf den Schüler bei der Prämierung der besten "Safer Internet"-Projekte in Wien.

Oje - ein rotes fettes X. Sehr sicher sind diese Privatsphäre-Einstellungen nicht. Bei einem Fünftel der TeilnehmerInnen des Kongresses "Kinder + digitale Medien" , die ihren Facebook-Zugang überprüfen ließen, traf dies zu. So weit die schlechte Nachricht. Die logische Gute: 80 Prozent konnten stolz auf ein dickes grünes Hakerl sein: "perfekte Einstellungen". Die noch bessere Nachricht: Programmiert hatte diesen Facebook-Check der 12-jährige Dominic Gebhart aus der Mittelschule Bludenz. Gemeinsam mit Ines Meraner und Harald Amann, LehrerInnen derselben Schule, war er nach Wien zum Kongress gekommen. Um die Auszeichnung für eines der vier besten Schulbeispiele im Umgang mit sicherem Internet und digitaler Medienkompetenz entgegen zu nehmen. Interaktiv wie die Veranstaltung für die sie prämiert wurden, war eben ihr Auftritt in Wien.

Computercamp als Motivation
Der junge Vorarlberger erzählt uns: "Seit mehr als zwei Jahren programmiere ich." Begonnen hatte alles mit einem Plakat in der Volksschule. Dort war ein Computercamp beworben worden. Dort wollte er in den Sommerferien eine Woche hin. "Doch 380 Euro - da hat meine Mama gesagt, das ist zu teuer. Da bin ich zu meiner Oma gegangen. Und die hat gesagt, als Geburtstagsgeschenk könne ich das haben."

Der Vorgang wiederholte sich mit Abwandlungen in den beiden Folgejahren. Schon nach dem ersten Jahr programmierte Gebhart seine erste eigene Homepage. Weiteres Wissen "hab ich mir aus Büchern geholt". Dieses sowie die Folge-Sommer-Computercamps führten dazu, dass er nicht nur den beschriebenen Facebook-Check, sondern auch alles mögliche andere, unter anderem Spiele programmierte. Von seiner Homepage ist die Beta-Version eines Autorennspiels runterzuladen, bei dem die Spieler selber neue Levels gestalten können.

"Ideen kommen oft auch von Kollegen, ich programmier, einen Kollegen hab ich (Kubat Karaaslan), der mit dem Mund alle Sounds machen kann, ein Super-Beat-Boxer. Andere nehmen wir mit einem Mikro einfach auf der Straße auf - zum Beispiel Geräusche auf Kies, Stein, Beton…".

Klare Ziele
Seine Computerleidenschaft verschafft "Cybergebi" auch eine klare Vorstellung über den weiteren Bildungsweg. "Nach der Mittelschule (derzeit 3. Klasse) geh ich auf die HTL und mach dort Betriebsinformatik", meint der vife, nicht selten schelmisch lächelnde, ziemlich selbstbewusste Schüler.

Beim Kongress trat er mit einem - selbst gestalteten, im Internet bestellten, bedruckten T-Shirt "Computerexperte, Internetexperte Dominic Gebhart - Mich zu fragen, schadet nicht!" auf.

Der 12-Jährige programmiert übrigens nicht nur Software, sein Laptop bei der Check-Station am Safer-Internet-Station ruhte auf einem Holzgestell. In dem zwei Ventilatoren. "Jeder Laptop wird woanders heiß, Drum hab ich mir einen Lüfter gebaut, der genau für meinen passt", hebt den Laptop auf und zeigt die angepasste Kühlung.

Safer Internet
Insgesamt beteiligten sich 220 Schulen am Aktionsmonat zum Thema "Safer Internet". Die besten Projekte wurden beim Kongress "Kinder und digitale Medien" am Donnerstag in Wien ausgezeichnet.