Digital Life 28.09.2017

48-Jährige gesteht Betrieb des Neonaziportals "Altermedia"

Springerstiefel © Bild: dpa/Bernd Thissen

Eine Call-Center-Mitarbeiterin aus Westfalen hat vor Gericht zugegeben, das inzwischen verbotene Neonazi-Portal „Altermedia“ betrieben zu haben.

Für sie sei es zunächst ein Portal für Meinungsfreiheit gewesen, sagte die 48-Jährige am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel geschrieben wird, was ins Verbotene geht“, fügte sie hinzu. Die Seite wurde 2016 vom Innenministerium verboten. Laut Bundesanwaltschaft war „ Altermedia“ bis dahin das führende rechtsextremistische Internetportal im deutschsprachigen Raum. Die Angeklagte habe unter anderem einkommende Artikel freigegeben.

Als zweite Schlüsselfigur gilt ein 28 Jahre alter Informatiker aus dem Schwarzwald. Mitangeklagte sind eine in Nürnberg geborene 63-Jährige sowie eine 61-Jährige aus Berlin. Neben verbotenen Grußformeln und Parolen seien volksverhetzende Äußerungen veröffentlicht worden: von Gewaltaufrufen gegen in Deutschland lebende Ausländer bis hin zu Leugnung des Holocausts. Das Verfahren ist bis ins nächste Jahr terminiert. Die vier Angeklagten stehen unter anderem wegen Volksverhetzung vor Gericht.

( Agenturen ) Erstellt am 28.09.2017