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Vandalismus
07/28/2011

AirBnB: Gäste verwüsten gemietete Wohnung

Die Web-Firma aus San Francisco will die Vermieterin finanziell entschädigen und den Nutzern mit neuen Konzepten mehr Sicherheit geben. Erst vor kurzem hat das Unternehmen eine Finanzspritze von 112 Mio. Dollar erhalten und wir mit mehr als einer Mrd. Dollar bewertet.

von Jakob Steinschaden

Der Schlafplatz-Marktplatz AirBnB (die futurezone berichtete

,
und
) muss die erste Krise in der Geschichte des jungen Unternehmens (gegründet 2007) durchstehen. Bei AirBnB können Nutzer weltweit Sofas, Zimmer oder ganze Appartments/Häuser an Gäste gegen Gebühr vermieten. Wie Techcrunchberichtet, haben Mieter der Nutzerin “EJ” deren Wohnung in San Francisco in der Vorwoche verwüstet und ausgeraubt. Die Vermieterin war während der gsamten Buchungszeit nicht in der Stadt.

In EJs Appartment  wurden Löcher in Türen gebrochen, Kleidungstücke getragen und beschädigt, Gegenstände im Kamin verbrannt und die Küche in einem Desaster zurückgelassen. Schlimmer noch: Die vandalisierenden Gäste stahlen eine Kamera, einen iPod sowie ein Notebook und verwendeten die Kreditkarte der Vermieterin, um online zu shoppen. Während der gesamten Woche bekam EJ eMails von den Vermietern, die ihr vorgaukelten, dass alles in Ordnung sei.

Verdächtige in Gewahrsam

AirBnB arbeitete in Folge mit der Polizei zusammen, die bereits Verdächtige in Gewahrsam nehmen konnte. Die geschädigte Vermieterin gibt nun teilweise AirBnB die Schuld. Sie fragt sich, warum sie der Web-Firma eine Gebühr zahlen musste, obwohl die Seite das Versprechen gibt, “gänzlich transparent” zu sein. Im Unterschied dazu würde man etwa bei Craigslist - in Kleinanzeigen kann man Zimmer vermieten - gewarnt werden, dass die Nutzung auf eigene Gefahr ist. EJ kritisierte gegenüber Techcrunch auch, dass AirBnB nicht genug Möglichkeiten gebe, sich über die echte Identität der Mieter zu informieren.

Neue Sicherheitsmaßnahmen

AirbnB-Chef Brian Chesky zeigte sich in einer ersten Reaktion “geschockt”. Mit einer einzigen Buchung hätte eine einzige Person jenes Vertrauen zwischen Mietern und Vermietern gebrochen, das in zwei Millionen Übernachtungen zuvor aufgebaut worden war, so Chesky in einem Gastkommentar auf Techcrunch. AirBnB, erst kürzlich mit einer 112 Mio. Dollar Finanzspritze gestärkt und international auf Expansionskurs, wolle aufgrund des Vorfalls sein Sicherheitskonzept stärken. Chesky kündigte an, den Customer-Support zu verdoppeln, ein eigenes “Trust & Safety Department” einzurichten, neue Sicherheitsmaßnahmen für Vermieter auszuarbeiten, neue Mittel zur Identifizierung der Mieter zu entwickeln, VoIP- und Video-Chats zur Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter anzubieten und Versicherungsmöglichkeiten für Vermieter anzubieten. Wann die Neuerungen eingeführt werden, ist noch offen.

Finanzielle Entschädigung

Die betroffene Vermieterin wolle AirBnB entgegen einer ersten Reaktion nun auch finanziell entschädigen. Über die Höhe des Betrags gibt es derzeit keine Informationen. Auch würde ihr dabei geholfen werden, eine neue Unterkunft zu finden. Die Betroffene merkte schließlich positiv an, dass sich die AirBnB-Mitarbeiter sehr gut um sie gekümmert hätten. Negativ anzumerken ist, dass die Nutzer von AirBnB bis dato nicht auf der Webseite oder im Blog der Firma über den Vorfall informiert wurden.

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