Künftig werden alle Fluggastdaten für Flüge nach Europa und innerhalb Europas fünf Jahre lang in einer zentralen Datenbank gespeichert.

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Digital Life
09/17/2015

Airlines und Reiseportale schummeln bei Flugpreisen

Bei der Online-Flugsuche sehen Kunden selten sofort den tatsächlichen Endpreis. Dasselbe trifft oft auf die Webseiten von Fluglinien zu.

Beim Flugticket-Preis wird noch immer getrickst. Das ergab ein Test der Arbeiterkammer nach Online-Probebuchungen auf sieben Reiseportalen und bei drei Airlines. Fazit: Preise sind schwer vergleichbar, der bei der Suche ausgeworfene Preis ist oft nicht der Endpreis, ein Billigflug also nicht immer billig. Kosten für gängige Kreditkarten und immer öfter für Gepäck verteuern Tickets zum Teil massiv.

AUA gut, Flyniki weniger

Der AK-Test bei den Online-Buchungsportalen und Airlines zeigte: Nur zwei haben den echten Endpreis angegeben. Versicherungen werden außerdem aggressiv beworben. In der Versicherungscausa läuft aber schon eine Verbandsklage der AK.

Vorweg: Zu den "Guten" zählen für die Arbeiterkammertester AUA (Austrian Airlines) und ihre Mutter Lufthansa. Flyniki/Air Berlin kommen nicht so gut weg.

Kosten-Infos unzureichend

Der Test betraf eine Online-Flugbuchung für einen günstigen Hin- und Rückflug für zwei Personen Wien-Berlin. Gecheckt wurde bei sieben Reisbuchungsportalen (Edreams, Opodo, Expedia, Ebookers, Fluege.de, Restplatzboerse.at TUI) und bei drei Fluggesellschaften (AUA, Lufthansa, AirBerlin/Flyniki).

Die Tester wollten wissen, ob gesetzliche Regeln eingehalten werden. Demnach müssen die Anbieter alle Kosten, die "unvermeidbar und vorhersehbar" sind, sofort in den Endpreis einrechnen, über Zusatzkosten muss informiert werden. Für Zahlungsmittel darf nichts extra verlangt werden. Oft wird aber die Endpreisvorschrift nicht eingehalten. Wer da nicht aufpasst, zahlt drauf.

Kreditkartengebühren

Sechs Anbieter gaben zwar den Endpreis an, aber nur vier verrechneten keine Kosten für Kreditkartenzahlung. Nur AUA und Lufthansa haben alle Bestimmungen eingehalten, schrieb die AK am Donnerstag. Es entstanden keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung. Im Endpreis war auch ein aufzugebendes Gepäck enthalten und angegeben.

Auch bei TUI und Restplatzbörse wurde der Endpreis sofort ausgeworfen. Hier gab es auch keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung. Allerdings fehlte beim Suchergebnis die Info über die Kosten des nicht enthaltenen Gepäcks.

Zusatzkkosten verschwiegen

Flyniki/Air Berlin und Ebookers gaben immerhin noch sofort den Endpreis an. Bei beiden wurden bei Kreditkartenzahlung jedoch Zusatzkosten verrechnet. Das ist unzulässig, erinnert die AK. Überdies wurde bei beiden Airlines nicht sofort über die Kosten eines aufzugebenden Gepäcks informiert.

Bei den restlichen vier (fluege.de, Edreams, Expedia, Opodo) wurden Extrakosten bei Zahlung mit einer gängigen Kreditkarte verrechnet, und der angegebene Endpreis war nicht korrekt. Der Preis stimmte nur bei Zahlung mit eher unüblichen Zahlungsmitteln wie Entropay oder VisaElectron. Bei Fluege.de und Edreams fehlten außerdem die Gepäckskosten.

Versicherungsangebote

Versicherungszuschläge können Flüge ebenfalls verteuern. Eine unzulässige Voreinstellung der Versicherung wurde im AK-Test zwar bei keinem Anbieter gefunden. Außer Expedia boten alle eine oder mehrere Versicherungen an. Bei Opodo, Fluege.de, Ebookers und Air Berlin musste man die angebotene Versicherung extra ablehnen. Bei Fluege.de etwa gingen für vier Versicherungen sieben Pop-Up-Fenster mit Warnhinweisen auf. Es seien auch drei Jahresverträge mit unzulässigen automatischen Verlängerungsklauseln dabei gewesen, bei denen sich die Jahresprämie im zweiten Jahr eigentlich verdoppelt. Dagegen laufen Klagen.