Digital Life
12.07.2018

Aktivisten rufen zur Vergemeinschaftung verwahrloster Obikes auf

© Bild: APA - Austria Presse Agentur

Nach der Pleite des Radverleihers Obike ist unklar, was mit den Drahteseln passiert. Aktivisten wollen kollektive Entsperrung.

Der appbasierte Fahrradverleihdienst Obike hat in Singapur Insolvenz angemeldet, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. Ob und wann der Anbieter die Fahrräder, die jetzt in vielen Städten, darunter auch Wien, zu verwaisen drohen, entfernen wird, ist derzeit unklar. Wenn das Unternehmen sich nicht um seine Räder kümmert, müssten am Ende wohl die Städte für die Entsorgung der Zweiräder aufkommen.

Offene Zukunft

Netzaktivisten haben einen alternativen Vorschlag, wie golem berichtet. Sie rufen im Netz dazu auf, die Räder zu knacken und zu Librebikes zu machen. Diese sollen dann als kostenloses, gemeinschaftlich betriebenes Verleihnetzwerk weiter für die Nutzer zur Verfügung stehen. Dieser Plan ist allerdings nicht rechtskonform, da sich die Räder immer noch im Besitz von Obike befinden. Sollte der Anbieter seine Räder nicht einsammeln, könnte das Konzept den Städten aber einiges an Aufwand ersparen.

Selbst dann bliebe allerdings zu befürchten, dass der Vandalismus, dem die Obikes bislang ausgesetzt waren, nicht einfach aufhören würde. Auch das Abstellen der Zweiräder an unpassenden Orten würde wohl weitergehen wie bisher. Dann wäre das Librebike-Konzept lediglich ein Hinauszögern des Unausweichlichen: Die Städte müssten die Räder statt auf einmal nach und nach einsammeln und sich um die Entsorgung kümmern.