Digital Life
18.12.2016

Angriff mit Epilepsie-auslösenden Tweets auf Journalisten

Der an Epilepsie leidende US-Journalist Kurt Eichenwald wurde bereits zum zweiten Mal Opfer von Online-Attacken mit Anfall-auslösenden Inhalten.

Der US-Journalist Kurt Eichenwald berichtet, dass er Opfer eines hinterhältigen Angriffs via Twitter geworden ist: Über den Kurznachrichtendienst wurde dem an Epilepsie leidenden Journalisten eine Mediendatei mit blinkenden Lichtmustern geschickt, die einen Anfall ausgelöst hat, wie arstechnica berichtet. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Eichenwald auf diese Weise attackiert wurde, beim ersten Versuch konnte der Journalist sein Tablet allerdings noch schnell genug beiseitelegen.

Rechtliche Schritte

Der erste Angriff im Oktober kam von einem Trump-Unterstützer, wie Eichenwald in Newsweek berichtet. Die zweite Attacke wurde vom Twitter-Account @jew_goldstein aus gestartet, unter dem Pseudonym (((Ari Goldstein))), das auf eine Verbindung ins rechte Lager schließen lässt. Der Account ist mittlerweile gesperrt. Die zum Auslösen eines Anfalls konzipierte Nachricht enthielt die Botschaft "Du verdienst einen Anfall für deine Postings". Eichenwald hat angekündigt, gesetzlich gegen die Urherber vorgehen zu wollen. Er will Twitter per Gerichtsbeschluss zur Herausgabe der Nutzerdaten zwingen und dann rechtliche Schritte einleiten.

Bei einem epiletischen Anfall feuern bestimmte Neuronen im Gehirn des betroffenen plötzlich unkontrolliert, was Anfälle in verschiedenen Schweregraden hervorrufen kann. Einige Formen von Epilepsie sind photosensitiv, können also durch Lichtreize ausgelöst werden. Bei rund drei Prozent der Betroffenen können blinkende Lichter einen Anfall auslösen.