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Digital Life
04/20/2012

Anonymous schafft eigenes Pastebin

Mit AnonPaste ging eine Webseite online, die ähnliche Funktionalitäten wie der Text-Sharing-Dienst aufweist. Das neue Tool verspricht den Nutzern zusätzlich eine sichere Verschlüsselung und einen hohen Grad an Anonymität.

Anonymous und eine Gruppierung mit dem Namen „People`s Liberation Front" haben eine Seite kreiert, mit der Texte wie Programmcodes oder Nachrichten unkompliziert online zugänglich gemacht werden können. AnonPaste soll frei von jeglicher Moderation und Zensur sein und bietet laut eigenen Angaben eine 256-bit-AES-Verschlüsselung. Der Server soll so keinerlei Informationen zum Ursprung der Texte erkennen können. Außerdem soll die Seite werbefrei bleiben und sich über Spenden finanzieren. Derzeit nimmt AnonPaste Unterstützungszahlungen über Bitcoins und WePay entgegen.

AnonPaste wurde mit der Open-Source-Software ZeroBin geschaffen, die vom französischen Entwickler Sebastien Sauvage stammt, der unter anderem auch Authentifikationssysteme für französische Banken entworfen hat.

Pastebin
Die Seite soll eine Alternative zur Text-Sharing-Plattform Pastebin sein, die bislang von vielen Anonymous-Gruppierungen als Kommunikationswerkzeug genutzt wurde. Pastebin kämpft derzeit damit, dass gestohlene Daten und schadhafter Programmcode auf der Seite gespeichert werden. So hat Jeroen Vader, der Betreiber von Pastebin, kürzlich angegeben, dass illegale Inhalte teilweise gefiltert werden und dass Pastebin auch Daten an Behörden weitergibt. Immer wieder werden auch DDOS-Attacken auf Pastebin verübt.

Vader gab gegenüber Ars Technica an, dass er den Start von AnonPaste positiv sehe. So gehe er davon aus, das dadurch weniger problematische Inhalte auf Pastebin veröffentlicht werden. Gleichzeitig zeigte sich Vader aber auch besorgt, dass der neue anonyme Dienst vorwiegend für illegale Informationen wie etwa gestohlene Daten oder Kinderpornografie genutzt werden wird.

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