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Urheberrecht
07/18/2012

Anti-Piraterie-Spot verwendete unerlaubt Musik

Vor fünf Jahren schuf der niederländische Komponist Melchior Rietveldt einen Musiktitel für eine einmalige Anti-Piraterie-Werbung. Das Stück wurde schließlich ohne seiner Erlaubnis für kommerzielle DVDs weiterverwendet. Nun fordert Rietveldt eine Entschädigung.

Wie der Blog Torrentfreak berichtet, wurde der Musiker Melchior Rietveldt im Jahr 2006 gebeten, ein Musikstück für eine Anti-Piraterie-Werbung zu komponieren. Diese sollte ausschließlich bei einem lokalen Filmfestival gezeigt werden. Als Rietveldt sich jedoch 2007 eine Harry-Potter-DVD kaufte, musste er entdecken, das auch dort sein Musikstück ohne Zustimmung für eine Werbung verwendet wurde. Wie sich herausstellte, war sein Titel bereits für dutzende DVDs in den Niederlanden und Übersee verwendet worden.

Differenzen bei Auszahlung
Um das ihm zustehende Geld zu bekommen, wandte sich Rietveldt an die niederländische Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra, die ihn seit 1988 vertrat. Stemra überwies Rietveldt einen Vorschuss von 15.000 Euro mit dem Versprechen eine Liste aller DVDs anzufertigen, in denen seine Melodie verwendet wurde. Die Liste erhielt der Komponist jedoch nie.

Wie TorrentFreak berichtet, stelle sich diese Woche im Gerichtssaal in Amsterdam heraus, dass es mindestens 71 kommerzielle DVDs sind. Es kam schließlich zu Differenzen, da Rietveldt der Meinung war, ihm würde noch viel mehr Geld zustehen. 2011 zahlte Stemra erneute einen Vorschuss von 10.000 Euro an den Komponisten, die Liste gab man ihm aber immer noch nicht.

Zur Zahlung gerichtlich verpflichtet
"Der Konflikt dauerte so lange an, bis Stemra 2012 eine Einigung mit BREIN`s Mutterunternehmen NVPI für unbezahlte Lizenzebühren abschloss", so Arnoud Engelfriet, ein auf Internet-Recht spezialisierter Anwalt im Interview mit TorrentFreak. Durch die Einigung hätte Stemra 60.000 Euro erhalten. Rietveldt klagte aber, weil er berechnet hatte es seien mindestens 164.974 Euro. Im Juni bezahlt Stemra weitere 31.000 € an Rietveld.

Diese Woche entschied das Landgericht Amsterdam, dass Stemra in der Tat fahrlässig mit seinem Klienten umgegangen sei. Der Agentur wurde eine Geldstrafe von 20.000 Euro verordnet. Stemra muss nicht nur Rietveldt`s Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen, sondern sich auch weiterhin bemühen die ausstehenden Zahlungen zu leisten und den Komponisten dabei regelmäßig über den Ablauf informieren.

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