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Videoreportage

Arbeitsbedingungen in China verbessern sich

Bereits im Sommer konnte die US-Organisation Fair Labor Association (FLA) in den drei Foxconn-Betrieben, die Apple-Geräte herstellen, erste Besserungen bei den Arbeitsbedingungen feststellen. In den Werken arbeiten rund 178.000 Menschen. Vor knapp elf Monaten sorgte ein Medienbericht der "New York Times" mit einem schockierenden Bericht dafür, dass über die schlechten Bedingungen (von Skandalen, Streiks und Selbstmorden abgesehen) nicht nur gesprochen, sondern in Folge auch gehandelt wurde.

Eine der Maßnahme bei Foxconn ist, dass ab Juli 2013 kein Arbeiter mehr als 49 Stunden pro Woche arbeiten muss. Um den Verlust des Einkommens auszugleichen, denn bisher sind Arbeitszeiten von 100 Stunden pro Woche die Regel, werden die Löhne um 50 Prozent erhöht.  Diese Maßnahme ist freilich noch nicht in Kraft getreten, wird aber dazu führen, dass auch andere Werke in China ihre Löhne und Arbeitszeiten anpassen müssen und sich die Arbeitszeit in Folge für viele Arbeiter verbessert.

Chongqing im Fokus
Nun, ein knappes dreiviertel Jahr nach dem ersten Bericht der "New York Times",  wurde wieder ein Reporter in zwei chinesischen Zulieferer-Werken zur Berichterstattung zugelassen (dies wird höchst selten genehmigt).  Er reiste nach Chongqing, der größten Stadt der Welt, unter anderem in eine Fabrik vom Zulieferer Quanta, die für HP produziert sowie zu einem Werk von Foxconn. Wie häufig bei derartigen Berichten, werden vor allem die positiven Seiten des Arbeitslebens in chinesischen Fabriken hervorgestrichen.

So gibt es im Chongqing-Werk von Quanta eigenes Personal für die Sammlung von Mitarbeiter-Beschwerden und ein Team von Psychologen, ein kostenloses Fitnessstudio, zwei Karaoke-Bars, eine Aerobic-Halle und ein kostenloses Kino. "Vereinzelt" gäbe es Beschwerden von weiblichen Arbeiterinnen, die sich von ihrem Vorgesetzten belästigt fühlen, heißt es. Dies sei aber eher die Ausnahme als die Regel.

Im Videobericht heißt es allerdings auch, dass die iPads und iPhones dieser Welt nach wie vor unter Bedingungen hergestellt werden, unter denen weder europäische noch amerikanische Arbeiter bereit wären, zu arbeiten. Die Bedingungen in China hätten sich im Vergleich der letzten zehn Jahre drastisch verbessert, im letzten Jahr sei "ein kleiner Aufwärtstrend" erkennbar. "Es wird allerdings weitere Veränderungen geben, diese sind noch am Laufen", schließt der Reporter seinen Beitrag.

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