Digital Life
15.08.2013

Ausbeutung: Kritik an Sandbergs Frauennetzwerk

Das von der Facebook-Managerin Sheryl Sandberg gegründete Frauennetzwerk "Lean In" steht unter Beschuss. Grund dafür ist ein Facebook-Posting einer Lean-In-Redakteurin, die für die Organisation nach einer Praktikantin bzw. einem Praktikanten sucht. Die Anforderungen sind hoch, die Bezahlung liegt hingegen bei null.

Das Posting der Mitarbeiterin löste nicht zuletzt deshalb einen Shitstorm aus, da sich die Organisation Lean In für Frauenrechte und eine größere gesellschaftliche Anerkennung von Frauen - unter anderem in der Arbeitswelt - stark macht, gerade Frauen aber besonders stark in schlecht bzw. unbezahlten Jobs und Praktika zu finden sind. Besonders sauer stößt vielen Usern zudem auf, dass Sandberg vor wenigen Tagen erst 100 Millionen Dollar an Verkäufen von Facebook-Aktien einstreifte.

Umstrittene Initiative
Während einzelne User das Posting verteidigten und von einer Chance für Jobanfänger sprachen, kritisierten viele, dass für die Praktikantenstelle hohes Organisationstalent, schreiberische und soziale Fähigkeiten sowie Design- und Web-Erfahrung und fixe Arbeitszeiten eingefordert wurden, diese Arbeit zumindest bis Ende des Jahres komplett unbezahlt bleiben sollte. Die Verfasserin des Beitrags hielt im Laufe der Diskussion auf Facebook schließlich fest, es sei um eine freiwillige Mitarbeit und nicht eine klassische Praktikumsstelle gegangen. Das ursprüngliche Posting liest sich aber anders.

Sheryl Sandberg musste auch für ihr gleichnamiges Buch, das der Gründung des Netzwerks vorausgegangen war, Kritik einstecken. Ihre Ratschläge an Frauen, sich im Arbeitsumfeld zu behaupten, seien gut gemeint, als Harvard-Absolventin und Milliardärin zeige sie allerdings wenig Verständnis für die wahren Probleme von Frauen in der Gesellschaft. Immer wieder hat Sandberg auch mit Vorwürfen zu kämpfen, die Lean-In-Organisation diene eher dazu, Sandbergs eigenes Image aufzupolieren, als sich wirklich für Frauen in der Gesellschaft stark zu machen.

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