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Selbstfahrend Autonomer Bundesheer-Traktor macht explosive Feldarbeit.

Der autonome Traktor des Bundesheeres soll dort zum Einsatz kommen, wo Blindgänger explodieren könnten
Der autonome Traktor des Bundesheeres soll dort zum Einsatz kommen, wo Blindgänger explodieren könnten - Foto: David Kotrba
Im Rahmen des Roboter-Wettbewerbs ELROB hat das Bundesheer einen selbstfahrenden Traktor präsentiert, der auf Feldern mit Explosionsgefahr zum Einsatz kommen soll.

Auf militärischen Schussübungsplätzen müssen hie und da Feldarbeiten verrichtet werden. Unter anderem wird dabei das Gras gemäht oder Mulch aufgetragen. Das ist nicht ungefährlich, weil dabei herumliegende scharfe Munition getroffen werden kann. Diese so genannten Blindgänger können dabei explodieren. Um kein Menschenleben zu riskieren, will das österreichische Bundesheer künftig einen autonomen Traktor einsetzen. Im Rahmen des europäischen Roboter-Wettbewerbs ELROB, der von 20. bis 24. Juni 2016 im niederösterreichischen Eggendorf stattfindet, hat das Bundesheer seinen autonomen Traktor präsentiert.

Bastelstube

Entwickelt wird der Traktor vom Amt für Rüstungs- und Wehrtechnik (ARWT) gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT). Das ARWT ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Bundesheeres, ähnlich wie die DARPA in den USA. Sie arbeitet an neuen Technologien für militärische Einsätze, erstellt Gutachten und überprüft neue Anschaffungen für das Heer. Seit mehreren Jahren tüftelt das ARWT auch an selbstfahrenden Fahrzeugen. Als Testplattform diente zunächst ein Lastwagen, später auch ein Traktor. Beide Fahrzeuge kommen bei ELROB zum Einsatz.

Umgebungsmodell

Im Gegensatz zum Lastwagen besitzt der autonome Traktor des Bundesheeres bereits eine Straßenzulassung. Durch eine Kooperation mit dem Hersteller Steyr ist es möglich, das Fahrzeug mit wenigen Handgriffen von manueller Steuerung auf Automatik umzustellen. Vorne und hinten blickt der Traktor mit jeweils drei Kameras in seine Umgebung. Drei Bordcomputer mit Intel Core i7-Prozessoren wandeln die Aufnahmen in ein 3D-Modell um. Dabei wird die Geländebeschaffenheit analysiert, um mögliche Fahrspuren zu ermitteln.

Scharfe Sicht

Die dreifache Kameraanordnung stammt vom AIT und erlaubt das scharfe Sehen im Nah- und Fernbereich. Zur Anwendung kommt dieses Prinzip auch bei einem Fahrassistenzsystem für Straßenbahnen, das etwa automatisches Bremsen vor Hindernissen ermöglicht. Für ELROB wurde der autonome Traktor zusätzlich mit einem Laserscanner ausgestattet. Mit Kameras und Laserscanner erkennt der Traktor ein Führungsfahrzeug, dem er dann selbstständig folgt. Diese ELROB-Disziplin nennt sich Convoying (Konvoifahren).

Angriffsziel

Wenn autonome Fahrzeuge einmal in Kampfeinsätzen verwendet werden, soll kein Laserscanner zum Einsatz kommen. Stattdessen werden passive Sensoren wie Kameras bevorzugt. Ihre Aktivität ist für Gegner schwieriger zu erkennen, meint Michael Janisch, der Leiter des ARWT. Er setzt große Hoffnungen auf autonome Fahrzeuge. In Zeiten der "asymmetrischen Kriegsführung" entzieht man Gegnern, etwa Terroristen, Angriffsziele: "Wenn Roboter zerstört werden, ist das vielleicht tragisch, aber wenn Menschen getötet werden, ist das eine Katastrophe."

GPS-Verzicht

Auf das Navigationssystem GPS will das Bundesheer von vornherein verzichten. "Wir können nicht mit Sicherheit auf diese Satelliten zugreifen. Die gehören nicht uns", meint Janisch. Außerdem sei es im gebirgigen Österreich auch wichtig, in Tunneln, Bergwerken und Bunkern zu navigieren.

(futurezone) Erstellt am 23.06.2016, 06:00

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