Online-Handel
10/13/2010

Beschwerden über Online-Bestellungen nehmen in Europa weiter zu.

Mehr als 50 Prozent der Beschwerden langten bei den europäischen Verbraucherzentralen wegen grenzüberschreitendem Online-Handel ein.

Bei den europäischen Verbraucherzentralen haben im Vorjahr die Beschwerden über grenzüberschreitende Online-Bestellungen weiter zugenommen. Ihr Anteil machte 2009 bereits 55,9 Prozent aller Fälle aus, der Rest entfiel auf Auskünfte und Beratung. Von 2006 bis 2009 haben sich die vorgebrachten Problemfälle von 8.000 auf 15.000 fast verdoppelt. Der größte Teil davon betraf im Vorjahr wie bereits in den Jahren davor den Verkehrsbereich, auf den fast ein Drittel aller Beschwerden entfiel, geht aus dem Jahresbericht des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) hervor, der heute, Dienstag, in Brüssel vorgestellt wurde.

Bei den Beschwerden über Beförderungsleistungen ging es in über drei Viertel der Fälle um den Luftverkehr, zum Beispiel um Erstattungen und Entschädigungen für stornierte Flüge oder abhandengekommenes Gepäck. Neben dem Verkehr betrafen die meisten Beschwerden die Bereiche Freizeit und Kultur (26,2 Prozent) sowie Speiselokale und Beherbergungsbetriebe. Auf diese drei Bereiche entfielen rund 70 Prozent aller Beschwerden. Der Geldwert der gütlich beigelegten Streitigkeiten machte im Jahr 2008 rund 3,5 Mio. Euro aus. In 48 Prozent der Fälle gelingt den Verbraucherzentralen eine gütliche Einigung.

In erste Linie beschwerten sich die Konsumenten über die Qualität oder Beschaffenheit der Waren bzw. Dienstleistungen (29 Prozent), ausgebliebene oder verspätete Lieferungen (21 Prozent), und die Vertragsbedingungen (18 Prozent), wie zum Beispiel die Rücktrittsbedingungen. Rückläufig war dagegen die Zahl der Beschwerden über unlautere Geschäftspraktiken und Verkaufsmethoden.

In Summe bearbeitete das 29 nationale Verbraucherzentralen umfassende Netzwerk 2009 über 60.000 Fälle - davon rund 25.000 Anfragen und 35.000 Beschwerden. Das waren um 10.000 Fälle mehr als 2007 und etwas weniger als 2008. Die Zahl der Beschwerden und Hilfeansuchen hat sich seit 2005 um 55 Prozent erhöht. In Österreich war die Zahl der Fälle 2009 mit rund 4.500 leicht rückläufig. Österreich ist über den Verein für Konsumenteninformation (VKI) vertreten.

Zur Unterstützung der Konsumenten haben die Verbraucherzentralen einen "Assistenten" für Online-Bestellungen eingerichtet, der sich "Howard" nennt. Der Internet-Führer soll den Verbrauchern helfen, unseriöse Internethändler zu umgehen, und er gibt Tipps zum sicheren E-Shopping.

(APA)