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Medien
10/22/2015

Bild-Zeitung sieht Zusammenarbeit mit Facebook als Erfolg

Bild sieht in dem Kooperationsmodell, das vorsieht, dass zehn bis 30 Artikel als Instant Articles bei Facebook veröffentlicht werden, einen Erfolg.

„Mit der Zusammenarbeit sind wir bisher sehr zufrieden“, sagte der Chefredakteur von Bild.de, Julian Reichelt, am Donnerstag bei den Medientagen München. Die Zeitung veröffentliche täglich zwischen 10 und 30 Beiträgen als „Instant Articles“ bei Facebook. Die Inhalte werden dabei direkt auf dem weltgrößten Online-Netzwerk gespeichert und müssen nicht wie bisher über einen Link von der Medien-Website geladen werden. Das soll die Ladezeiten auf mobilen Geräten verringern.

Es gebe noch ein technisches Problem mit der Reichweitenmessung, räumte Reichelt ein, betonte aber: „Wir schenken Facebook überhaupt nichts.“ Die Artikel auf Facebook seien „keine komplett abgeschirmte Welt“, sondern leiteten, wenn sie geteilt werden, auch Traffic auf die Website Bild.de. Die Befürchtung, Facebook könnte Inhalte moralisch bewerten und deren Verbreitung einschränken, habe sich nicht bewahrheitet: „Wir sehen bisher keinerlei Einschränkung bei Facebook. (...) Facebook hat sich bisher nicht als Unterdrückerplattform hervorgetan.“

Zeitungsverlage könnten selbstbewusst gegenüber den amerikanischen Online-Giganten auftreten, meinte Reichelt: „Deren Plattformen sind nur dann interessant, wenn sie Inhalte wie die unsrigen haben.“ Der Digitalchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Mathias Müller von Blumencron, zeigte sich dagegen skeptisch: Eine Verbreitung auf Facebook sei „zu weit weg von unserer Marke“. Medienverlage sollten sich nicht zum bloßen Lieferanten und zur Werkbank einer US-Plattform machen.