Digital Life
04.06.2014

Biometrische Pässe auch für Kinder Pflicht

Mit einer österreichweiten Aktion vor der Reise-Saison soll das Problem der „Kindermiteintragungen“ in Pässen gelöst werden.

Vor fünf Jahren hat die EU die neue Passregelung erlassen, dass jeder EU-Bürger einen eigenen Pass haben muss – auch Kinder. Bis Mitte Juni 2012 gab es noch eine Übergangsphase, in der „Miteintragungen“ gültig waren – geschätzte 250.000 österreichische Kinder waren in den Pässen ihres Vaters oder ihrer Mutter eingetragen.

Etwa 100.000 Miteintragungen

Wie viele es genau sind, weiß man nicht, weil die Miteintragungen nicht in einem Register gespeichert wurden. Zudem wurden nur Name und Geburtsdatum eingetragen, es gab kein Foto. Obwohl seit 15. Juni 2012 Miteintragungen ungültig geworden sind, soll es noch immer zehntausende Österreicher geben, die von dieser Regelung nichts wissen. Schätzungen zufolge soll es noch immer 80.000 bis 100.000 Miteintragungen geben.

Die Kosten

Das hat das Innen-, Außenministerium und die Österreichische Staatsdruckerei nun zu einer Kinderpass-Initiative veranlasst. „Auch wenn der Pass der Eltern noch gültig ist, die Kindereintragungen gelten nicht mehr“, sagt Lukas Praml, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei (ÖSD). Zudem mache der eigene Pass das Reisen sicherer, vor allem in einer Zeit, in der Kinderhandel ein globales Problem ist. Heuer soll das Problem der Kindermiteintragungen ausgemerzt sein. Für Kinder bis zwei Jahren sind Pass bzw. Personalausweis nämlich kostenlos, von zwei bis zwölf Jahren werden pro Pass 30 Euro verrechnet. Ab 13 Jahren kostet der Pass 75,90 Euro.

Neuer Pass in drei Tagen

Das digitale Zeitalter hat das Behördenleben nicht überall vereinfacht – war vor einigen Jahren noch ein neuer Pass noch am selben Tag ausgestellt, so muss man jetzt mehrere Tage auf den neuen Pass warten – der Grund: Seit es Chip-Pässe gibt, werden die Blanko-Dokumente zentral in der Österreichischen Staatsdruckerei in Wien gelagert und dort mit den Daten des Antragstellers bespielt.

„Die Wartezeit ist von etwa 15 Minuten auf drei Tage gestiegen, allerdings bedeutet die Verschlechterung der Zeit eine Verbesserung der Sicherheit“, sagt Praml. In der ÖSD-Zentrale steht nämlich jene Signatur-Einheit, mit der die biometrischen Daten (Fingerabdruck, Foto) auf den Chip im Pass übertragen werden. Dass nicht jede der etwa 130 Bezirkshauptmannschaften und Magistrate, bei denen man einen Pass ordern kann, mit einer eigenen Signatureinheit ausgestattet ist, hat Kostengründe – das technische Equipment kostet etwa 100.000 Euro pro Einheit, würde also insgesamt 13 Millionen Euro kosten.

Mit drei Tagen Wartezeit liegt man aber ohnehin im internationalen Spitzenfeld und weit vor unseren deutschen Nachbarn: In Deutschland wartet man im Schnitt drei bis sechs Wochen, in Spitzenzeiten sogar noch deutlich länger