Digital Life
19.11.2010

Böses Blut zwischen Wikipedia und Wikileaks

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales wettert gegen die umstrittene Internet-Plattform Wikileaks. In einer US-Talksendung machte er deutlich, dass er der Organisation nur wenig Vertrauen schenkt.

"Hätte ich irgendwelche Informationen, wäre das letzte, was ich machen würde, sie an Wikileaks zu schicken", sagte der Wikipedia-Gründer am Donnerstagabend in der US-Talksendung "Charlie Rose Show". Sein Vertrauen in die umstrittene Plattform, die zuletzt Tausende Seiten von geheimen US-Militärdokumenten zum Irakkrieg veröffentlichte, ist offenbar nicht besonders groß. Er habe "gemischte Gefühle" gegenüber Wikileaks, zitiert Techcrunch Wales" Aussagen in der Charlie Rose Show.

Zwar ist der Wikipedia-Gründer der Ansicht, dass Menschen mit Informationen über Missstände in einer offenen Gesellschaft die Möglichkeit haben sollten, diese Informationen auch öffentlich zu machen. Die Vorgangsweisen von Wikileaks jedoch stimmen ihn "besorgt". Wikileaks habe sich bei der Veröffentlichung der Dokumente nicht um die Sicherheit jener Menschen gekümmert, die ohne etwas falsch gemacht zu haben, in Gefahr gekommen seien. "Ich denke, sie sollten sich bei den Veröffentlichungen etwas mehr Zeit lassen", so Wales. Der Wikipedia-Gründer würde - hätte er wichtige Informationen - diese eher an eine renommierte Zeitung wie beispielsweise die New York Times weitergeben.

Namensstreit

Dass Jimmy Wales mit Wikileaks nicht besonders gut kann, ist nicht neu. So fürchtet er, dass Leute Wikipedia bzw. die Wikimedia Foundation mit der Plattform Wikileaks verwechseln oder in Zusammenhang bringen könnten. Wales und Wikileaks-Gründer Julian Assange stritten zuvor bereits per E-Mail um den Domainnamen.

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(futurezone)