© Robert Bosch

Smart Home
03/28/2016

Bosch: "Unsere Produkte werden nun smart und vernetzt"

Warum Bosch gerade jetzt in den Smart-Home-Markt einsteigt, erklärt der Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH im Gespräch mit der futurezone.

von Florian Christof

Vor kurzem hat Bosch die Tochterfirma Robert Bosch Smart Home GmbH gegründet und will damit auf den Markt für Heim-Vernetzung und Heim-Automatisierung im Consumer-Bereich vorpreschen. Dass Bosch gerade jetzt in den Smart-Home-Markt einsteigt, erklärt Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, damit, dass eine breite Masse von Endkonsumenten mittlerweile an smarte Bediengeräte gewöhnt ist und die Vorteile von vernetzten Geräten erkennt.

"Vernetzte Haushaltsgeräte mit klassischen Fernbedienungen zu steuern ist fast unvorstellbar. Heute hat aber fast jeder ununterbrochen sein Smartphone dabei und damit lassen sich smarte Geräte ganz einfach bedienen", sagt Hartung im Gespräch mit der futurezone. Darüber hinaus sei es heutzutage mit kabellosen Niedrig-Energie-Schnittstellen und der vorhandenen Rechenleistung technisch keine Hürde mehr, Haushaltsgeräte miteinander zu vernetzen.

Wie Hartung im Gespräch mit der futurezone erklärt, will Bosch mit der Robert Bosch Smart Home GmbH einerseits eigene Produkte vermarkten und andererseits über Vertriebs- und Servicepartner ihre Geräte in die Häuser und Wohnungen bringen. So werden einzelne smarte Geräte erhältlich sein, genauso wie Komplettlösungen. Auch Produkte zum Nachrüsten will Bosch anbieten. Derzeit sind Tür- und Fensterkontakte, Heizkörperthermostate sowie die smarten Leuchten von Philips Hue gelistet.

Zukunftssicher

"Bosch ist bekannt für langlebige Qualitätsprodukte. Nun vernetzen wir diese auch zukunftssicher und machen sie smart", sagt Hartung. "Wir gestalten etwa eine intelligente Heizung so, dass sich die Bediengeräte wie Smartphones ruhig ändern oder ausgetauscht werden können. So lange auf diesen Bediengeräten eine Standard-Software läuft, wird man unsere smarte Heizung damit steuern können."

Für die Smart-Home-Anwendungen von Bosch soll es künftig eine übergreifende App geben, mit der sämtliche Funktionen der intelligenten Haushaltsgeräte gesteuert werden können. Ebenso soll es mit dieser App möglich sein, kompatible vernetzte Geräte von Drittanbietern zu regeln.

Viele verschiedene Standards

Um dem Tohuwabohu der verschiedenen Übertragungsstandards im Smart-Home-Bereich zumindest ein Stück weit zu entkommen, unterstützen die smarten Geräte von Bosch gleich mehrere Funkstandards.

"Wir unterstützen ZigBee und WLAN", erklärt Hartung. "Funkstandards wird es immer geben und es werden auch neue dazu kommen. Wir wollen da aber sehr offen sein." Daher soll es auch möglich sein, die smarten Bosch-Geräte auf noch kommende Standards zu aktualisieren.

Da alles darauf hindeutet, dass sich die Hersteller nicht auf einen einheitlichen Übertragungsstandard für Smart-Home-Anwendungen einigen können, wird es laut Hartung noch zu einem harten Konkurrenzkampf um die Vormachtstellung der verschiedenen Plattformen kommen. "Deshalb gehen wir davon aus, dass es einen Markt für Plattformen gibt, die unterschiedliche Smart-Home-Systeme miteinander verbinden können", sagt Hartung.

Zusammenarbeit mit Cisco und ABB

Genau darauf zielt die Software-Plattform des Joint Venture namens Mozaiq ab, das Cisco, Bosch und ABB eingegangen sind. "Die offene Mozaiq-Plattform ermöglicht eine nahtlose Kompatibilität von Geräten, Anwendungen und Dienstleistungen jeder Art im vernetzten Zuhause", sagt Hartung.

Dabei bleibt die Mozaiq-Plattform im Hintergrund und übernimmt die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Systemen, ohne dass Mozaiq dafür auf sensible Kunden- und Sensorendaten zugreifen muss. "Die Kommunikationsarchitektur ist so gestaltet, dass nur die notwendigsten Daten an Mozaiq übermittelt werden müssen", sagt Hartung.

Sicherheit

Bosch will gewährleisten, dass die Rechenleistung und damit auch die Steuerung der vernetzten Geräte direkt vor Ort bei den Kunden möglich wird, ohne dass man dabei auf eine Internetverbindung angewiesen ist.

"Wir wollen nicht, dass Nutzer ihr Smart-Home-System nur über ein Cloud-System steuern können. Sie sollen es auch bedienen können, wenn keine Internetverbindung besteht", sagt Hartung. Für Cloud-basierte Dienste will Bosch moderne Sicherheitsarchitekturen verwenden und damit Smart-Home-Systeme bestmöglich schützen.