Digital-Life 21.04.2017

Bose soll Kunden über Kopfhörer-App ausspionieren

Bose wird in den USA verklagt, weil es via Kopfhörer-App Daten über Kunden sammeln soll. Zudem sollen die Daten auch an Dritte weiterverkauft worden sein.

Der US-amerikanische Audiotechnik-Hersteller Bose muss sich in Illinois vor Gericht verantworten, wie USA today berichtet. Der Kläger wirft dem Unternehmen vor, Kundendaten über eine Smartphone-App, die mit Kopfhörern der Firma vertrieben wird, gesammelt zu haben. So sollen Informationen darüber, was die Kunden gehört haben, gesammelt worden sein. Zudem sieht sich Bose mit dem Vorwurf konfrontiert, diese persönlichen Daten ohne Zustimmung an Dritte verkauft zu haben. Bose hat sich noch nicht offiziell zu den Anschuldigungen geäußert.

Privat

In der Anklage heißt es, die Daten von den Smartphones der Kunden seien für Bose zweifellos interessant, der Umgang des Unternehmens mit diesen Informationen zeige aber eine komplette Missachtung der Privatsphäre der Kunden. Zudem habe Bose mit seinem Vorgehen mehrere Bundes- und Landesgesetze verletzt. Der Kläger hatte sich Boses "QuietComfort 35"-Kopfhörer gekauft und anschließend die Bose-Connect-App aus dem Appstore auf sein Smartphone geladen, mit der verschiedene Funktionen des Kopfhörers gesteuert werden können.

Der Kläger behauptet, dass Bose immer wenn die App aktiv war, Informationen über die gehörten Audiofiles gesammelt und diese dann später an Dritte verkauft habe. "Die persönliche Audio-Auswahl - Musik, Radio, Podcasts und Vorträge - erlaubt tiefgehende Rückschlüsse auf eine Person, was Persönlichkeit, Verhalten, politische Ansichten und Identität angeht", heißt es in der Anklage. Neben Schadenersatz fordert der Kläger, dass Bose aufhört, Daten zu sammeln. Er strebt zudem eine Massenklage an, an der sich auch andere Kunden beteiligen könnten. Darüber muss der Richter aber erst entscheiden.

(futurezone) Erstellt am 21.04.2017