Digital Life
07.02.2012

Brasilien: Radarwarnungen per Twitter verboten

In Brasilien sind künftig Tweets über Radarfallen, Geschwindigkeitskontrollen und Alkoholtests untersagt und können zu einer Geldstrafe von bis zu 290.000 US-Dollar pro Tag führen. Einige populäre Betreiber haben Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.

Social Media und Geschwindigkeitskontrollen - eigentlich ein gut funktionierendes Duo, wie einige Facebook-Seiten zu Radarfallen zeigen. Doch in Brasilien will man nun Twitterbenutzer blockieren, die andere vor Radarfallen, Geschwindigkeitskontrollen oder Alkoholtests warnen. Dazu hat ein brasilianischer Staatsanwalt im Bundesstaat Goias eine einstweilige Verfügung erwirkt, die die Löschung dieser Accounts ermöglicht. Die Regierung rechtfertigte diesen Schritt damit, dass diese Benutzer andere Menschen in Gefahr bringen würden, da so die Polizei ihre Arbeit nicht verrichten könne. Bei Verletzung der Verfügung drohen bis zu 290.000 US-Dollar Strafe pro Tag.

Gegenwehr
Bislang ging lediglich der Account @RadarBlitzGo, der zuletzt 11.960 Follower hatte, auf das Angebot ein und gab seinen Account auf. Andere, wie der extrem populäre Account @LeiSecaRJ mit 287.181 Followern oder @PaznoTransitoGO legten per Tweet Einspruch gegen die Aufforderung ein. Erst vergangene Woche kündigte Twitter an, künftig auf Wunsch von Regierungen einzelne Tweets und Accounts löschen zu wollen. Das sorgte für einen Aufschrei unter dessen Usern und weckte Befürchtungen der Zensur. Twitter zufolge würde die neue Richtlinie keine Auswirkungen auf die Freiheit der Information haben, da die geblockten Tweets lediglich in den betroffenen Ländern versteckt würden und ansonsten in jedem anderen Teil der Erde gelesen werden kann.

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