Politik
07/19/2011

Bundeshymne: Vorschläge auf YouTube online

Sopranistin Raimondi hat alle drei diskutierten Varianten eingesungen

Die frühere Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) setzt ihren Kampf für eine Neufassung der Bundeshymne seit Dienstag im virtuellen Raum fort: Die am vergangenen Freitag auf Rauch-Kallats Initiative hin mit der Sopranistin Ildiko Raimondi eingespielten drei Diskussionsvarianten stehen nun im Internet zum Abruf bereit.

Auf YouTube finden sich nun die Textzeilen „Heimat großer Töchter, Söhne“, „Heimat großer Töchter und Söhne“ sowie „Großer Töchter, großer Söhne“ einträchtig nebeneinander - und scheinen phonetisch zumindest für den Profi Raimondi als vollwertiger Ersatz von „Heimat bist Du größer Söhne“ zu dienen. Überdies hat die Künstlerin noch die ebenfalls ins Gerede gekommene dritte Strophe mit der Formulierung „Einig lass in Brüderchören“ als „Einig lass in Jubelchören“ eingesungen.

IG-Geschäftsführer: "Das ist lächerlich"
"Unterdessen meldete sich auch die „IG Autorinnen Autoren“ zu Wort und reklamierte sich in die Entscheidungsfindung zur Bundeshymnensuche. „Das bisherige Herangehen an das Thema lässt das Schlimmste befürchten. Über persönliche E-Mail-Kontakte wird nach singbaren Varianten gesucht und mit möglichst viel prominenter und professioneller Sängerinnenunterstützung von Klassik bis Pop soll bewiesen werden, dass diese Varianten singbar sind. Das ist lächerlich“, echauffierte sich IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss in einer Aussendung: „Jede/r einigermaßen gute Sänger/in und jede/r einigermaßen gute Musiker/in kann so gut wie alles überzeugend interpretieren.“

Einbeziehung von Experten
Die einzige Möglichkeit zur Erarbeitung einer Neufassung der Bundeshymne bestehe in der Einbeziehung von Experten. „Es ist nicht die Aufgabe von Politiker/inne/n, bestehende Landeshymnen umzudichten oder zu ergänzen“, so Ruiss. Sollte sich herausstellen, dass sich die Bundeshymne in ihrem Wert für die heutige Gesellschaft in Österreich überlebt habe, so sei sie neu auszuschreiben. Diese Ausschreibung müsse sich insbesondere auch an Neo-Österreicher richten, damit ein umfassendes gesamtgesellschaftliches Nachdenken darüber einsetzen könne, was das heutige Österreich ausmache.