Digital Life
17.05.2013

Buycott: App deckt Konzerne hinter Produkt auf

Welche Firma bzw. welcher Großkonzern und Inhaber hinter einem bestimmten Produkt oder einer Marke stehen, ist für Konsumenten meist nur schwer ersichtlich. In den USA ist mit Buycott nun eine App auf dem Markt, mit der sich die Inhaberstrukturen per Barcode-Scan schnell aufdecken lassen.

US-Kunden laufen mit dem Kauf einer bestimmten Marke Klopapier Gefahr, den rechten Flügel der Republikaner mitfinanzieren. Darauf machte die ehemalige Microsoft-Managerin Darcy Burner im Vorjahr auf der Konferenz Netroot Nation aufmerksam. Warum? Weil Toilettenpapier eine Sparte im Milliardenimperium der Koch-Industries ist und die Gebrüder Charles G. Koch und David H. Koch wiederum zu den wichtigsten Geldgebern der Republikaner in den USA zählen.

Beispiele wie diese gibt es viele, oftmals ist für Kunden nicht ersichtlich, welcher (Groß)Konzern hinter einem Produkt steht. Bis dato: Anfang Mai brachte die demokratische Politikerin und IT-Expertin Darcy Burner die App Buycott heraus, berichtet das US-Wirtschaftsmagazin Forbes. Damit können aus dem Barcode eines Produktes relevante Informationen zum Hersteller herausgelesen werden. Nicht nur die erzeugende Firma selbst wird angezeigt, sondern auch zu welchen Konzern diese unter Umständen gehört, welche politischen Verflechtungen bzw. Naheverhältnisse es gibt oder welche Anliegen oder Kampagnen diese Unternehmen unterstützen.

Keine Bewertung - Nur Information
Dabei soll allerdings weder das Unternehmen selbst bewertet werden, noch soll den Konsumenten geraten werden, was sie kaufen sollten – es geht rein um die Info: „Wir wollten eine Plattform zur Verfügung stellen, die den Konsumenten hilft, wohlinformierte Kaufentscheidungen zu treffen“, so der beteiligte Programmierer Ivan Pardo gegenüber Forbes. Fertig ist die App noch nicht, die Datenbank wird laufend erweitert. Auch sollen User Produkte einscannen und zuordnen. In Europa gibt es die Anwendung vorerst noch nicht.

Mehr zum Thema

  • App Store erreicht 50 Milliarden Downloads
  • Wie Big Data Apps unser Leben verändern