Digital Life
30.12.2010

China rückt Internet-Telefonie an den Kragen

China will jetzt auch gegen Anbieter von Internet-Telefonie wie Skype vorgehen, nicht zuletzt wegen wirtschaftlichen Interessen der Telekoms.

Mit diesem Schritt sollen die Telefonunternehmen des Landes gestärkt werden, die Alarm geschlagen haben, weil die Konsumenten verstärkt auf billige Internet-Anrufe umschwenken sollen, heißt es in einem "New York Times"("NYT")-Bericht am Donnerstag.

Auf der Website des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie war eine Notiz zu finden, dass "illegale Internet-Telefonie-Services" verstärkt bekämpft werden sollen. In China war die Zahl der Internetnutzer zuletzt auf 450 Millionen angewachsen. Die Zahl der Internet-Telefonie-Nutzer wird auf etwa 15 Millionen geschätzt. Skype sei in China zudem ein populäres Tool für Aktivisten, die Information frei verbreiten wollen.

Kleine, verstreute Anbieter statt Telekoms

Dem Schritt des Ministeriums sollen jedoch auch wirtschaftliche Interessen zugrunde liegen. Die staatliche China Telekom sowie China Unicom könnten zwar Internet-Telefonie-Services anbieten, die Telefon und Computer miteinander vernetzen, doch die wenigsten tun es. Die Dienste waren lediglich in vier Städten auf Versuchbasis in Betrieb, so Kan Kaili, Leiter der China VoIP & Digital Telecom Inc, einem der vielen, kleinen Internet-Telefonie-Anbieter in China. "Diese Anordnung beschützt die traditionellen Sprachdienste der Telekoms", meint Kaili.

Mehr zum Thema:

"Zu heikel": China verbietet Blogger-Konferenz
China: 60.000 Websites geschlossen

(futurezone)