Digital Life
03.03.2015

Crowdfunding-Doku: Auf Schatzsuche in den Rocky Mountains

Zwei abenteuerlustige Österreicher wollen in den USA einen Schatz finden und ihren Trip als Dokumentation veröffentlichen. Das Geld dafür sammeln sie im Netz.

Richard Haderer und Bernhard Vosicky wollen auf Schatzjagd gehen. Die beiden Österreicher sind auf die Geschichte des 83-jährigen Amerikaners Forrest Fenn gestoßen, der in den Rocky Mountains eine Truhe mit echten Schätzen - Goldmünzen, antike Kunst und Edelsteine - versteckt hat. Als Fenn vor 20 Jahren an Krebs erkrankte, kam der Vietnam-Veteran und Kunstsammler auf die Idee, sich selbst ein Denkmal zu setzen und gleichzeitig die Abenteuerlust in anderen Menschen zu wecken. Also befüllte er besagte Truhe und deponierte sie vor etwa drei Jahren in der Nähe von Santa Fe. Dazu verfasste er ein Gedicht, das Hinweise darauf geben soll, wo sich der Schatz befindet.

Nun kann man infrage stellen, ob an der Geschichte wirklich alles stimmt oder auch nicht - gefunden wurde der Schatz bisher jedenfalls nicht. Fenn selbst überlebte seine Krebs-Krankheit und gibt in unregelmäßigen Abständen weiterhin Hinweise auf den Schatz. So findet sich in einem 2013 veröffentlichten Buch auch eine Karte der Umgebung, in der sich die Truhe befinden soll.

Für die beiden Österreicher Grund genug, sich auf das Abenteuer einzulassen. “Wer träumt nicht davon, auf Schatzsuche zu gehen”, sagt Haderer. Also wurde das Projekt Silva ins Leben gerufen, an dessen Ende eine “coole, professionell umgesetzte” Doku stehen soll.

Crowdfunding

Den Dreh bzw. ihren Trip in die USA planen Haderer und Vosicky für Sommer oder Herbst dieses Jahres. Um das Ganze zu finanzieren, sammeln die beiden Abenteurer nun Geld über die Schweizer Crowdfunding-Plattform Wemakeit, die mit 3. März auch mit einem Österreich-Ableger startet und Projekt Silva als eines von 13 umsetzungsreifen Vorhaben bewirbt.

“Unser Ziel ist es, 15.000 Euro für unser Projekt zu sammeln”, sagt Haderer. Die Crowdfunding-Kampagne ist für gut einen Monat angesetzt, danach sollte das Geld beisammen sein. Begleitend zur Website, auf der die beiden über ihren USA-Trip auch online berichten wollen, soll es für Projekt Silva auch eine Facebook-Gruppe geben, die Unterstützern des Projekts zum Miträtseln offensteht. Für eben diese Unterstützer soll es - wie bei Crowdfunding-Kampagnen üblich - auch kleine Goodies geben. Die beiden Schatzsucher bieten etwa an, ihren Geldgebern ein Lied zu singen, eine Postkarte von der Reise zu schicken oder bieten ihren Film inklusive Plakat und Bonusmaterial an. Wer richtig viel Geld investieren will, kann auch Sponsor werden und wird dann auch in den Credits und auf dem Filmplakat Erwähnung finden.

Film zum Download

Egal ob die beiden Schatzsucher die Truhe in den Rocky Mountains tatsächlich finden oder nicht, die Doku wird es laut Haderer in jedem Fall geben. Dafür stehe auch bereits das Drehbuch mit “alternativem Ende”. Überhaupt gelte mehr das Motto der Weg ist das Ziel, der Film soll vor allem das Abenteuer beschreiben und dem Publikum auch eine Portion Unterhaltung liefern. Auch ein Interview mit Forrest Fenn ist geplant. Zur Seite steht den beiden ein kleines Team von Kameraleuten und einem Autor, der das Drehbuch konzipiert hat.

Mit den Vorbereitungen auf die Reise wollen der Videoblogger und Moderator Haderer und sein Begleiter Vosicky, der als Radiomoderator arbeitet, im Vorfeld schon in Österreich beginnen, die Schatzsuche selbst soll eine Woche dauern. Läuft alles wie vorgesehen, wird die Doku mit Ende des Jahres fertig sein und dann als Download und auf Blu-Ray veröffentlicht. Auch eine Kinopremiere ist angedacht. Ob die Doku dann auch in mehreren Kinos gezeigt oder gar irgendwann ins Fernsehen kommen wird, ist noch offen. Gute Nachrichten gibt es aber jedenfalls für Nostalgiker. “Wir haben sogar eine Version auf VHS geplant”, verrät Haderer.

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