Digital Life
21.12.2016

Cyberangriff auf das Hinweisportal zu Berliner Anschlag

Das deutsche Bundeskriminalamt hat bestätigt, dass es einen DDoS-Angriff auf das Hinweisportal gab. Damit können Zeugen Fotos und Videos zum Anschlag von Berlin übermitteln.

Auf das BKA-Hinweisportal zum Anschlag in Berlin hat es einen Hackerangriff gegeben. Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Funke-Zeitungen. Am Dienstag sei die Seite www.bka-hinweisportal.de zwischen 17 und 19.30 Uhr deshalb nicht erreichbar gewesen. Es handelte sich den Angaben zufolge um eine sogenannte DDOS-Attacke, bei der die Rechner so lange mit Anfragen bombardiert werden, bis die Software nicht mehr mitkommt.

Es seien sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet worden, dann habe die Seite wieder funktioniert, sagte eine BKA-Sprecherin. Auf dem Portal - auch „ Boston Cloud“ genannt - können Zeugen Fotos oder Videos mit Hinweisen zu dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt hochladen.

Social Media und Katastrophen

Nach dem Anschlag am Montagabend in Berlin hat die Polizei per Kurznachrichtendienst Twitter um aktive Mithilfe gebeten: Statt Videos und Fotos von der Tat wahllos auf diversen Plattformen zu teilen, sollen diese über ein dafür eingerichtetes Online-Portal direkt an die Polizei geschickt werden. Die Aufnahmen könnten Hinweise liefern, die bei der Aufklärungsarbeit helfen.

Wie bereits zuvor in München, Brüssel, Paris oder Nizza hat es am Abend des Anschlags nicht lange gedauert, bis Facebook seinen „Safety Check“ (Sicherheitskontrolle) für Berlin aktiviert hat. Die Funktion ist simpel, erweist der Krisenkommunikation in so einer Situation aber einen großen Dienst. Facebook-Nutzer, die sich gerade in einer Region aufhalten, in der ein Unglück passiert ist, können so auf einfache Weise ihre Online-Freunde wissen lassen, dass sie in Sicherheit sind. Markiert sich jemand als sicher, bekommen seine Facebook-Kontakte eine Nachricht, dass derjenigen Person nichts passiert ist. Das entlastet in weiterer Folge auch Notrufzentralen und Mobilfunknetze, da diese nicht durch Nachfragen von besorgten Verwandten und Freunden überlastet werden.

Aktuell sind monatlich mehr als 1,8 Milliarden aktive Nutzer auf Facebook vertreten, darunter knapp 3,7 Millionen aus Österreich. Daher verwundert es wenig, dass mittlerweile die Polizei selbst auf die Safety-Check-Funktion hinweist, wie es auch in Berlin geschehen ist.