Wo sind nur die Schlüssel?

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Digital Life
05/06/2017

Cyberangriff gegen Wiener Schlüsseldienste

Eine neue Cybercrime-Masche blockiert die Geschäfte von Aufsperrdiensten, die sich gute Google-Platzierungen kaufen.

Seit einigen Wochen werden Wiener Aufsperr- und Schlüsseldienste, die ihren Betrieb bei der Internet-Suchmaschine Google ganz vorne haben reihen lassen, mit sogenannten Terrorcalls lahmgelegt. Das sagte Georg Senft, Innungsmeister der Metalltechniker in der Wirtschaftskammer Wien, dem Kurier. Die Geschäfte seriöser Anbieter würden so blockiert.

Konstant besetzt

Viele Dienstleistungsfirmen würden für eine gute Google-Platzierung zum Teil viel Geld in die Hand nehmen. "Seit vier, fünf Wochen", so Senft, werden die Firmentelefone von ganz oben gereihten Anbietern aber durch Anrufe, die alle 15 bis 30 Sekunden und offenbar mithilfe von Computern getätigt werden, blockiert. Gesprochen werde dabei meist nichts, das Unternehmen kann aber telefonisch keine Aufträge mehr entgegennehmen. Sobald die Betroffenen bei Google nach unten rutschen, ende die Telefon-Blockade, werde im umgekehrten Fall aber auch umgehend wieder aktiviert. Die bei den "Terrorcalls" aufscheinenden Handynummern würden gar nicht existieren und könnten daher auch nicht rückverfolgt werden.

Laut "Kurier" ist die Wiener Polizei eingeschaltet. Am Wochenende gab es zu etwaigen Ermittlungen zunächst keine Informationen. In den vergangenen Jahren hat es zudem immer wieder Klagen von Kunden gegeben, die von unseriösen Aufsperrdiensten weit überhöhte Rechnungen vorgelegt bekommen hatten. Beim unsachgemäßen Öffnen der Wohnungstüren waren in solchen Fällen häufig auch große Sachschäden entstanden. Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat einige "schwarze Schafe" unter den Anbietern kritisiert.