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Affäre Cyberspionage in Italien: Polizeichef versetzt Ermittler.

In Italien sorgen Cyberangriffe auf prominente Politiker und Geschäftsleute für Aufregung.
In Italien sorgen Cyberangriffe auf prominente Politiker und Geschäftsleute für Aufregung. - Foto: REUTERS/Kacper Pempel
Nach der Aufdeckung eines Falls von Cyberspionage, der Ex-Premier Matteo Renzi zum Opfer gefallen war, hat Italiens Polizeichef den zuständigen Ermittler versetzt.

Er wird beschuldigt, den Spionagefall  unterschätzt zu haben. Auch der Mangel an Kommunikation in Zusammenhang mit der „Eye Pyramid“ genannten Untersuchung wird ihm vorgeworfen. Im Rahmen der Ermittlung wurden ein 45-jähriger Atomingenieur und seine Schwester festgenommen, die gute Verbindungen in hohen Finanzkreisen haben. Sie wurden am Mittwochvormittag vernommen, wobei sie alle Vorwürfe zurückwiesen.

Der Ingenieur erklärte, er habe aus beruflichen Gründen Informationen über Prominente gesammelt. Es handle sich jedoch um keine vertrauliche Informationen. Den beiden festgenommenen Geschwistern wird Diebstahl von Staatsgeheimnissen und illegales Hacken vorgeworfen. Wie sie die gewonnenen Informationen im Einzelnen nutzten, wird laut Polizeiangaben derzeit geprüft.

Auch Steuerpolizei und vatikanischer Minister betroffen

Gehackt wurden auch die E-Mail-Konten von Renzis Demokratischer Partei (PD), dem Chef der Steuerpolizei, Saverio Capolupo, dem Bankier Fabrizio Saccomanni, mehreren Geschäftsleuten und dem vatikanischen Kulturminister, Kardinal Gianfranco Ravasi.

Wie aus dem sichergestellten Material hervorgehe, könnten sich die Angreifer Zugriff auf 18.000 E-Mail-Konten verschafft haben. Rund 2.000 Passwörter seien geknackt worden. Laut dem Ermittler wurden die gehackten E-Mails wahrscheinlich von dem Ingenieur in der von ihm geleiteten Investmentfirma Westland Securities genutzt. Der Angreifer soll die verwendete Schadsoftware selbst entwickelt haben.

(apa) Erstellt am 11.01.2017, 14:15

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