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futurezone Award

"Das Handy wird zur Fernbedienung"

Ob Musik-Streaming mit Apps von Spotify, Deezer oder Apple, TV-Serien oder Filme über Video-Streamingdienste oder Live-Berichte von aktuellen Sportereignissen über Mobile-TV. Das Smartphone wird zunehmend zum Konsum von Informations- und Unterhaltungsangeboten genutzt. Der KURIER hat mit Günter Lischka, Marketingchef beim Mobilfunkanbieter Drei, über veränderte Konsumgewohnheiten im Unterhaltungs- und Informationsbereich gesprochen.

futurezone: Wie wichtig sind Nachrichten und Unterhaltungsangebote für Drei?
Günter Lischka:
Wir sehen uns als Telekommunikationsanbieter. Viele Haushalte in Österreich haben Breitbandanschlüsse über die mobile Technologie. Der Medienkonsum hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es gibt einen Trend zu mehr Individualität und Personalisierung. Für uns ist es wichtig dabei eine Rolle zu spielen.

Sie haben ein umfangreiches Angebot - von Mobile TV über Video on Demand bis hin zu einem Kiosk und Sport-Liveberichten. Was wird besonders nachgefragt?
Die größte Nachfrage gibt es nach Bewegtbildinhalten.

Kann man mit eigenen Angeboten mit Schwergewichten wie Netflix oder Amazon mithalten?
Ich glaube, dass der Schlüssel zum Erfolg eine gewisse Offenheit darstellt. Die wenigsten werden nur mit Netflix, oder nur mit Amazon Video oder nur mit einer Drei-Videothek glücklich. Es braucht ein offenes Ökosystem, in dem die Vielfalt des Angebots die Qualität ausmacht. Wenn wir mit unserem Angebot eine relevante Nischenposition einnehmen können, ist das ein Erfolg.

Wie wird Musikstreaming angenommen?
Beim Musikstreaming arbeiten wir mit Spotify, einem der größten Streaming-Anbieter weltweit zusammen. Die Bereitschaft der Österreicher auf den Besitz von Inhalten zu verzichten, ist aber noch gering und hinkt gegenüber anderen Märkten, etwa im angloamerikanischen Raum, hinterher.

Woran liegt das?
Meine Hypothese ist, dass die Österreicher abwarten. Erst wenn sie sehen, dass es funktioniert und kein Strohfeuer, sondern eine tatsächliche Veränderung ist, dann adaptieren sie es.

Arbeiten Sie mit heimischen Start-ups zusammen?
Wir kooperieren zum Beispiel mit dem Video-Streaming-Start-up Flimmit, das sehr gute österreichische Inhalte hat und unser Portfolio gut ergänzt.

Wie hat sich die Rolle des Handys beim Konsum von Audio- und Videoinhalten verändert?
Durch die Weiterentwicklung der Smartphones hat sich diese Rolle massiv verändert. Die Bildschirme sind größer geworden, sodass ich die Möglichkeit habe Bewegtbildinhalte zu konsumieren. Als wir vor zehn Jahren begonnen haben Mobile-TV anzubieten, gab es Bildschirme mit einer Diagonale von 2,5 Zentimeter. Bei einem Fußballspiel konnte man den Ball bestenfalls erahnen. Auf 5-Zoll-HD-Displays schaut das ganz anders aus. Das Handy wird immer mehr zur Fernbedienung von diversen Medien und Unterhaltungsangeboten.

Welche Trends sehen Sie im Infotainment-Bereich?
Der größte Trend ist diese Virtualisierung des Infotainments, weg von statischen Lösungen wie den Videorekorder oder der Stereoanlage, hin zu der Infotainment-Fernbedienung Smartphone, die im Zusammenspiel mit Cloud-Lösungen die neue Art der Unterhaltung ausmacht.

Welche Infotainment-Angebote, von den eigenen abgesehen, haben Sie zuletzt begeistert?
Der Amazon-Fire-TV-Stick und der Google Chromecast, weil man um kleines Geld Unterhaltung auf die Fernseher bringen kann. Auch das Musikanlagenkonzept von Sonos hat mich begeistert. Damit kann ich meine persönliche Musikbibliothek und auch diverse Streaming- und Webangebote auf ganz einfache Art im Haus verteilen. Das hat mein privates Leben bereichert und verändert.

Disclaimer: Das Interview entstand im Rahmen einer Kooperation mit Drei zum futurezone Award.

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