Digital Life 28.12.2017

Das sind die Tops des IT-Jahres 2017

Amazon Echo und andere smarte Lautsprecher hatten ein erfolgreiches Jahr 2017 © Bild: Amazon

Der Bitcoin-Aufschwung, Nintendo Switch, das Ende der Roaminggebühren und Chatbots: Das Technik-Jahr 2017 konnte mit vielen Highlights aufwarten.

Nintendo Switch

Nach dem Flop der Wii U versuchte Nintendo 2017 mit einer neuen Spielekonsole für zuhause und unterwegs sein Glück: Switch. Die Nintendo Switch (futurezone-Test), die sowohl an den Fernseher angeschlossen als auch als mobile Konsole verwendet werden kann, sorgte in Japan zum Verkaufsstart für lange Schlangen vor den Elektroläden. Aufgrund von Produktionsengpässen mussten im Juli und August zehntausende Fans ein Los ziehen, um eine Eins-zu-Zehn-Chance zu bekommen, die Konsole kaufen zu können.

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The Nintendo Switch on display as Nintendo unveils it at a pop-up Living room in Madison Square Park in New York on March 3, 201… © Bild: APA/AFP/TIMOTHY A. CLARY

Die Veröffentlichung der Konsole hatte Auswirkungen auf Branchen, bei denen man es vielleicht nicht im ersten Moment erwarten würde. Die Betreiber der Webseite YouPorn haben festgestellt, dass die Zugriffe von den Gamern kurz nach dem Switch-Start signifikant zurückgegangen waren. Schlecht für YouPorn, gut fürs Geschäft von Nintendo: Die Gewinne waren zu der Zeit um 34,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Das Roaming-Aus in der EU wirft einige Fragen auf © Bild: afp

Das Ende der Roaminggebühren

Seit zehn Jahren arbeitet die EU an ihrem Prestigeprojekt Roaming-Aus, seit 15. Juni 2017 ist es nun endlich Realität. Zusatzgebühren fürs Telefonieren, SMS verschicken oder Surfen mit dem Handy (Datenroaming) fallen bei einem zeitweiligen Aufenthalt in einem anderen EU-Land komplett weg. Inkludierte Freiminuten und SMS gelten auch im EU-Ausland, beim verfügbaren Datenguthaben gibt es jedoch verordnete Limits. Diese Limits werden von den Netzbetreibern, je nach Tarif, berechnet.

Das Roaming-Aus gilt EU-weit und in Liechtenstein, Norwegen und Island. Für alle anderen Länder, z.B. Schweiz, fallen hohe Auslandstarife an. Ausgenommen sind auch Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge, wo zum Teil hohe Aufschläge verrechnet werden. Insgesamt ist es aber für alle, die hin und wieder auf Urlaub ins EU-Ausland zu fahren, eine enorme Erleichterung. Vor allem das Datenroaming wurde von vielen Menschen bis dahin meist lieber komplett abgedreht, da hohe Gebühren fällig waren.

Elon Musk
FILE - In this May 29, 2014 file photo, Elon Musk, CEO and CTO of SpaceX, introduces the SpaceX Dragon V2 spaceship at the Space… © Bild: AP/Jae C. Hong

Elon Musk - Big Fucking Rocket

Elon Musk hat dieses Jahr etwas Unglaubliches versprochen: Per Rakete sollen die Menschen künftig Fernreisen von Stadt zu Stadt in unter 30 Minuten erledigen. Er zeigte dazu eine Demonstration auf der Bühne, wonach die meisten Fernreisen „irgendwohin auf der Erde“ in nur 30 Minuten erfolgen könnten und zwar zum Preis eines Economy-Flugtickets.

Musk erzählte von SpaceX bevorstehender Mega-Rakete mit dem Codenamen "Big Fucking Rocket" oder kurz BFR), mit der er ein riesiges Raumschiff in die Umlaufbahn um die Erde heben wolle. Das Schiff würde sich dann auf schwimmenden Landeplätzen in der Nähe von großen Städten niederlassen. Sowohl die neue Rakete als auch das Raumschiff sind derzeit noch Theorie, aber Musk beeindruckt immer wieder mit spektakulären Ideen, die teilweise noch jenseits jeglicher Vorstellungskraft liegen, aber echte Innovationen sein könnten.

Den Chatbot der Stadt Wien gibt es jetzt als App © Bild: Martin Votava

Chatbots

Wien hat sich 2017 endgültig zu einem internationalen Hotspot für Chatbots entwickelt. Bei der diesjährigen Chatbot-Konferenz war der Besucher-Ansturm so groß, dass zahlreiche Menschen draußen bleiben mussten. Chatbots versprechen die maschinelle Interaktion auf Basis der menschlichen Sprache, um etwa Kundenanfragen schnell und ohne Personaleinsatz beantworten zu können. Zahlreiche österreichische Unternehmen nutzen diese Möglichkeit mittlerweile sehr erfolgreich und haben 2017 nicht nur ihre Chatbots gelauncht, sondern auch bereits weiterentwickelt und verbessert.

Der Wien-Energie-Chatbot BotTina hat die Pilotphase etwa bereits verlassen und beantwortet Fragen von Kunden 24 Stunden am Tag. Der Chatbot kennt Antworten auf 2400 Fragen rund um die Themen Umzug, Anmeldung und eRechnung. 2017 startete auch die Stadt Wien mit dem WienBot einen eigenen Chatbot, der seit kurzem auch als iOS- und Android-App Antworten zu Fragen rund um Bezirksämter, Parken oder Wetter gibt. Der WienBot, den wir natürlich auch ausprobiert haben, ist in den App Stores als eine der beliebtesten Apps gelistet und damit sehr erfolgreich.

Auch Top: Es gibt einen eigenen Chatbot, der Versender von betrügerischen Spam-Mails ärgert. Netsafe aus Neuseeland hat mit Re:scam einen Chatbot entwickelt, der Scammern ihre Zeit stiehlt, in dem er ewig lange mit ihnen kommuniziert und antwortet - bis diese aufgeben. Der Chatbot soll verschiedene Persönlichkeiten annehmen können und reale, menschliche Tendenzen mit Humor und Rechtschreibfehlern aufweisen, so die Entwickler von Netsafe.

ITALY-BITCOIN-COMPRO-EURO-CRYPTOCURRENCY
Immer mehr Institutionen äußern sich mit Sorge bezüglich der aktuellen Bitcoin-Entwicklung. © Bild: APA/AFP/PIERRE TEYSSOT

Bitcoin

Die Kryptowährung hat einen gigantischen Höhenflug hingelegt, mit dem in dieser Form wohl keiner gerechnet hat. 2017 haben wir über 300 Artikel über Bitcoin verfasst, 2010 waren es erst 12, 2014 immerhin bereits 84. Beflügelt wurde der Bitcoin-Anstieg der vergangenen Wochen vor allem durch die Ankündigung der renommierten Chicagoer Terminbörse CME Terminkontrakte für Bitcoins anzubieten.

Zunehmend warnen Skeptiker allerdings vor einer Preisblase, die platzen und zu Turbulenzen führen könnte. Es wäre daher derzeit kein besonders smarter Zug, seine Kreditkarten bis ans Limit zu belasten, oder seine Wohnung zu verpfänden, wie es bereits zahlreiche Menschen getan haben. Für Neueinsteiger haben wir dennoch die richtigen Tipps zusammengetragen: Ob Bitcoin, Ethereum oder Litecoin, als Muss im Umgang mit den digitalen Währungen gilt dabei das richtige Wallet und die wichtigsten Apps, um Investitionen im Blick zu behalten.

Amazon Echo © Bild: Amazon

Smarte Lautsprecher

Die Beliebtheit der smarten Lautsprecher Amazon Echo und Google Home sind im Jahr 2017 rasant gewachsen. Waren es im Jahr 2016 erst 900.000 Geräte, die im dritten Quartal abgesetzt wurden, waren es im Vergleichszeitraum 2017 bereits 7,4 Millionen. Zwei Drittel fallen dabei auf Amazon-Geräte, ein Drittel auf Google Echo.

( futurezone ) Erstellt am 28.12.2017