Digital Life
15.02.2015

Datenpanne betrifft österreichische Online-Shops

Bei der Datenpanne bei einem deutschen Zahlungsanbieter dürften auch Kundendaten bei mindestens 25 österreichischen Online-Shops einsehbar gewesen sein.

Das Sicherheitsleck bei einem deutschen Zahlungsanbieter, das bei Hunderten Online-Shops gespeicherte Kundendaten für jedermann zugänglich gemacht hat, dürfte auch österreichische Verbraucher betroffen haben. Das erklärte Dirk Kuchel, stellvertretender Chefredakteur von "Computer Bild", am Samstag. Die Fachzeitschrift hatte die " Datenpanne" publik gemacht.

Wie Kuchel erklärte, dürften insgesamt 700 bis 800 vorwiegend kleinere Web-Shops zum Handkuss gekommen sein, die den Zahlungsverkehr über den süddeutschen Payment Service-Provider Novalnet abwickelten. Anhand der Web-Adressen der betroffenen Unternehmen sei davon auszugehen, "dass zumindest 20 bis 25 dieser Shops ihren Sitz in Österreich haben", sagte Kuchel.

Viele Branchen betroffen

Vom kleinen Weinhandel über Kosmetik-Spezialisten bis hin zu Erotik-Webseiten waren branchenübergreifend Online-Händler betroffen. Ohne großen Aufwand war es möglich, in die "Kommandozentrale" des Zahlungsanbieters - vorzudringen, die offenbar weitgehend ungesichert zugänglich war. Um an die Daten zu gelangen, war laut " Computer Bild" keine Passwortabfrage nötig.

Die Anzahl der direkt betroffenen Konsumenten und wie viele davon aus Österreich kamen, ist derzeit unklar. Zu den Opfern der "Datenpanne" zählten jedenfalls der Rockmusiker Udo Lindenberg, ein weiblicher Volksmusik-Star und die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Rückschlüsse möglich

Auch für Nicht-Prominente hätte es durchaus unangenehm werden können, wenn Dritte Einblick in ihre Daten bekommen hätten: Zwar waren die bestellten Waren nicht zu sehen, laut "Computer Bild" erlaubten die Transaktionen unautorisierten Betrachtern aber durchaus Rückschlüsse. So etwa, wenn jemand bei einem Kontaktportal bezahlt hatte oder etwas bei einem Erotikversand bestellt hatte.

Das Sicherheitsleck ist mittlerweile geschlossen. Trotz wiederholter Versuche war es nicht möglich, mit dem Zahlungsanbieter in Kontakt zu treten.