Digital Life
05.12.2016

Datenschützer kritisieren Fitnesstracker und Smartwatches

Der Nutzer habe laut den Datenschützern keinerlei Kontrolle darüber, was mit seinen Daten passiert. Kein Gerät könne derzeit die rechtlichen Anforderungen erfüllen.

Deutsche Datenschützer haben Herstellern sogenannter Wearables wie Fitness-Bänder und Computer-Uhren mit Gesundheitsfunktionen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Keines der 16 geprüften Geräte habe vollständig die datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt, erklärten sie am Montag. Die Geräte zählen zum Beispiel zurückgelegte Schritte und verbrauchte Kalorien und registrieren zum Teil auch die Herzfrequenz.

Unter anderem kritisierten die Datenschützer, dass Informationen zum Teil extern durch Dritte verarbeitet würden und ein Nutzer keine Kontrolle darüber habe, „wer die Daten von ihm sonst noch hat“ und wie lange sie gespeichert würden. Zudem blieben die Hersteller einen Nachweis dafür schuldig, dass Daten zur Nutzung der Geräte und Apps nur anonymisiert für Werbezwecke verwendet würden, erklärte der bayerische Landesdatenschutzbeauftragte Thomas Kranig. Außerdem berge der Weiterverkauf gebrauchter Geräte ein „enormes Risiko“.

Keine Namen

Die Namen der Geräte und Firmen wurden nicht genannt. Es hieß lediglich, die Geräte deckten rund 70 Prozent des Marktes in Deutschland ab, und die dazugehörigen Apps seien zusammen mehr als 30 Millionen Mal heruntergeladen worden. Die Datenschutzbehörden würden nun an die Unternehmen herantreten, um sie zu Änderungen zu bewegen, hieß es.

An der Überprüfung waren die Datenschutzbehörden von Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen sowie die Bundesbeauftragte für Datenschutz und die Informationsfreiheit, Andrea Voßhoff, beteiligt.