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OkCupid
07/29/2014

Dating-Portal machte Psychoexperimente mit Usern

Nach der Aufregung über Facebooks Experiment, bei dem emotional gefärbte Postings im Newsfeed angezeigt wurden, hat die Partnerbörse OkCupid eigene Versuche enthüllt.

Bei einem Experiment etwa wurde Mitgliedern angezeigt, dass sie den Algorithmen zufolge besser zu einander passten als eigentlich errechnet. Damit wollte das Portal testen, wie stark solche Empfehlungen das Verhältnis der Menschen beeinflussen, hieß es am Montag in dem Blogeintrag „We Experiment On Human Beings!“. Bei anderen Experimenten seien Fotos und Profilinformationen ausgeblendet worden. Die Nutzer seien anschließend über die Versuche aufgeklärt worden, hieß es.

Softwareergebnis manipuliert

Bei OkCupid wurde Mitgliedern mit einer von der Software ermittelten Übereinstimmung von 30 Prozent angezeigt, sie passten angeblich mit einem Wert von 90 Prozent zueinander. Man habe testen wollen, „ob Leute einander mögen, nur weil sie denken, das müsse so sein“, schrieb OKCupid-Manager Christian Rudder. Das trat auch ein: Die Nutzer in dem Versuch tauschten deutlich mehr Nachrichten aus als sonst bei einem Übereinstimmungswert von 30 Prozent. Bei den Versuchen sei es darum gegangen, den Service zu verbessern, so Rudder.

Facebook hatte hingegen mit einem Experiment für Aufruhr gesorgt, bei dem Mitgliedern künstlich mehr positive und negative Beiträge in dem Nachrichtenstrom angezeigt wurden. Dabei sollte getestet werden, wie die unterschiedliche Stimmung auf die Nutzer abfärben würde.