Digital Life
17.11.2015

Deutsche Verbraucherschützer gegen Smart-Meter-Pflicht

Die deutschen Verbraucherzentralen machen Front gegen einen verpflichtenden Einbau digitaler Stromzähler in privaten Haushalten.

Die Konsumenten sollten selber darüber entscheiden können, forderte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Dienstag. Für Industrie und gewerbliche Großverbraucher könne dies für die Energiewende nötig sein, nicht aber bei durchschnittlichen Haushalten.

Solche Geräte „helfen weder beim Sparen von Energie noch im Portemonnaie“. Sorgen bereitet laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands neben Extrakosten vor allem die Sicherheit der Daten und der Privatsphäre.

Kein Mitspracherecht

Die geplante schrittweise Einführung intelligenter Stromzähler soll Privathaushalte bis zu 100 Euro kosten. Deutschland muss nach EU-Vorgaben den Einbau digitaler Messsysteme vorantreiben, damit Verbraucher und Wirtschaft mehr Energie sparen oder Strom billiger bekommen. So sollen sich die anfänglichen Ausgaben für den Einbau der Geräte über die Zeit - wie bei Energiesparlampen oder effizienten Kühlschränken - für die Bürger rechnen.

Bis zu einer Grenze von 6.000 Kilowattstunden Verbrauch sollen Netzbetreiber wie Stadtwerke entscheiden, ob sie neue Zähler und Digitaltechnik bei ihren Kunden verwenden oder nicht. Der vzbv kritisiert, hier hätten Verbraucher kein Mitspracherecht.

Auch in Österreich werden die Haushalte auf intelligente Stromzähler umgestellt. Bis 2019 müssen 95 Prozent aller heimischen Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sein. Dabei gehen die Versorger nicht immer zimperlich vor.