Hans-Georg Maaßen, Präsident des deutschen Verfassungsschutzes

 

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Verfassungsschutz
05/13/2016

Deutscher Geheimdienst warnt vor russischen Cyberattacken

Deutschland ist nach Ansicht des deutschen Verfassungsschutzes Ziel großangelegter Cyberattacken der russischen Geheimdienste.

„Einige dieser Operationen lassen sich über eine Zeitspanne von sieben bis elf Jahren zurückverfolgen“, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz am Freitag mit. Auch hinter dem Cyberangriff vor einem Jahr auf den Bundestag standen demnach offenbar russische Dienste.

„Permanent bedroht“

„Die Informationssicherheit deutscher Stellen in Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ist permanent bedroht“, erklärte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen. Dies gelte insbesondere für sogenannte kritische Infrastrukturen wie zum Beispiel Energienetze. Die vom Verfassungsschutz beobachteten Cyberattacken dienten in aller Regel der Informationsbeschaffung. „Inzwischen zeigen russische Nachrichtendienste aber auch die Bereitschaft zu Sabotage“, fügte Maaßen hinzu.

Die Angriffe russischer Geheimdienste auf Computersysteme in Deutschland sind nach Einschätzung des Verfassungsschutzes Teil eines mehrjährigen, international ausgerichteten Cyber-Feldzugs, der „auf eine umfassende strategische Informationsgewinnung“ ziele.