Digital Life
03.05.2016

Digitalisierung: Arbeitswelt "wird nicht so bleiben"

Wie sieht die Arbeitswelt 4.0 aus? Der Diskussion auf der Republica in Berlin hat sich am Dienstag die deutsche Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) gestellt.

„Dass nicht alles so bleiben wird, wie es ist, ist, glaube ich, ziemlich klar“, sagte Nahles. Es müssten nun alle Beteiligten darüber verhandeln, wohin die Reise gehe. Den „Katastrophenalarm“, den etwa viele aktuelle Studien verbreiteten, wolle sie selbst aber nicht wiederholen. Es gehe viel eher darum, Kompromisse zu finden.

Zuletzt hatte das Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar eine Studie veröffentlicht, wonach in den kommenden Jahren fünf Millionen Arbeitsplätze durch Industrie 4.0 vernichtet werden dürften. Andere Studie sagen einen Verlust von 50 Prozent der Arbeitsplätze voraus.

Probleme

Viele modernen Arbeitskonzepte wie die Nutzung gemeinsamer Arbeitsräume, flexible Arbeitszeiten oder mobile Tätigkeiten stoßen nach Einschätzung der Vertreter aus dem Publikum bereits heute oft an gesetzliche Regelungen, die nicht auf Zukunftskonzepte ausgelegt sind. Nahles verwies dagegen auf schlechte Arbeitsbedingungen etwa in Call-Centern. „Hier geht es darum, Kompromisse zu finden - auch mit denen, die an ihren lichtlosen Arbeitsplätzen in Call-Centern die andere Seite repräsentieren“, sagte Nahles.

Sie habe darauf gedrungen, dass ihr Ministerium überhaupt Teil der Digitalen Agenda sei. „Wir sind erst seit letztem Jahr dabei.“ Im Grünbuch Arbeiten 4.0 habe ihr Ministerium eine breite Debatte angestoßen und Orientierungsräume geschaffen, darunter über Wahlarbeitszeit, intelligente Lösungen für Selbstständige und bessere Finanzierung von Start-ups in der zweiten Entwicklungsphase. Das Ergebnis werde als Weißbuch im Herbst vorliegen.