Digital Life
22.12.2015

Digitalisierung gefährdeter Kulturstätten nur Teilerfolg

Die Digitalisierung bedrohter Kulturdenkmäler in Krisengebieten ist für den Mainzer Kriminalarchäologe Michael Müller-Karpe kein wirksames Mittel gegen ihren Verlust.

Das ist verdienstvoll, aber kein Ersatz für eine Kulturstätte“, sagte der Wissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur. „Die Originale sind unwiederbringlich. Sie enthalten oft einen Schatz an Informationen, die wir heute noch gar nicht lesen können“, ergänzte Müller-Karpe, der auch den Kulturausschuss des Bundestags berät und Gerichtsgutachten schreibt.

Die gemeinnützige US-Organisation CyArk zum Beispiel will mit 3D-Technik bedrohte Kulturdenkmäler digitalisieren und damit eine Online-Bibliothek aufbauen. Das Deutsche Archäologische Institut hat ähnliche Projekte. Ziel ist es, Stätten zu sichern, bevor sie Naturkatastrophen oder Zerstörungen zum Opfer fallen. Im syrischen Weltkulturerbe Palmyra etwa hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereits wertvolle Kulturdenkmäler in Schutt und Trümmer gelegt.