Zur mobilen Ansicht wechseln »

Elektromobilität E-Bike-Tuning: Hohe Dunkelziffer vermutet.

  
   - Foto: Getty Images/iStockphoto/microgen/IStockphoto.com
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit warnt vor Sicherheitsrisiken durch das Tuning von E-Bikes. Motorunterstützung ist bei Elektrofahrrädern ist bis maximal 25 km/h erlaubt.

Rund 3.700 Personen sind im Vorjahr bei Unfällen mit E-Bikes so schwer verletzt worden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Der Verletzungsgrad war dabei tendenziell höher als bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern, informierte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Mittwoch. Zusätzliches Sicherheitsrisiko bergen - im Straßenverkehr illegale - Tunings der Motoren.

„Höchstens 600 Watt Leistung und Motorunterstützung bis maximal 25 km/h, das sind die Voraussetzungen, dass ein E-Bike als normales Fahrrad gilt. Stärkere oder schnellere E-Bikes sind je nach Höchstgeschwindigkeit Mopeds oder sogar Motorrädern gleichgestellt“, erläuterte Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung im KFV. Solche Fahrzeuge benötigen einen Versicherungsschutz und Kennzeichen, die Lenker Führerschein und Helm.

Auffrisiert

Im Jahr 2016 hatte nach Zahlen des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) jedes fünfte in Österreich verkaufte Fahrrad einen Elektromotor verbaut. Einigen Kunden dürfte die angebotene Leistung aber nicht ausreichen. Sie frisieren ihr E-Bike mit beispielsweise online erhältlichen Tuning-Sätzen. Über die genaue Anzahl an getunten Elektrofahrrädern in Österreich gibt es keine verlässlichen Angaben, Erfahrungsberichte aus dem Handel lassen laut KFV jedoch auf eine hohe Dunkelziffer schließen.

Ein Aufprall mit der für Elektrofahrräder erlaubten maximalen Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h ungebremst und ungeschützt gegen ein Hindernis kommt einem Sturz aus 2,5 Metern Höhe gleich. Bei getunten E-Bikes, die Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h erreichen können, entspricht die Kraft des Aufpralls bereits einer Fallhöhe von knapp zehn Metern - ist also vergleichbar mit dem Sturz aus dem dritten Stock eines Gebäudes, rechnete das KFV vor. „Weder Fahrradwege noch die Fahrräder selber (bzw. einzelne Bauteile wie die Bremsen) sind für diese Geschwindigkeiten gebaut bzw. ausgelegt“, warnte Kaltenegger zusätzlich.

Höheres Verletzungsrisiko

46 Prozent der im Vorjahr verletzten E-Biker wurden stationär aufgenommen, bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern waren es mit 31 Prozent deutlich weniger, informierte das KFV. Elektrofahrräder bringen demnach generell ein höheres Verletzungsrisiko mit sich. Ein E-Bike verlangt dem Fahrer aufgrund des höheren Eigengewichtes und Tempos größeres technisches Können ab. Auch andere Verkehrsteilnehmer können das Tempo, mit denen E-Bike-Fahrer unterwegs sind, nur schwer einschätzen.

(apa) Erstellt am 11.10.2017, 08:41

Kommentare ()

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )

Dein Kommentar

Antworten folgen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?