Digital Life
07.03.2011

E-Books dürfen nur 26 Mal verliehen werden

Ein US-amerikanischer Verlag will Büchereien seine E-Books nur 26 Mal verleihen lassen, bevor sie neu gekauft werden müssen. Physische Exemplare würden demnach im Durchschnitt eine ebenso kurze Lebensdauer aufweisen.

Der Umstand, dass E-Books nahezu unzerstörbar sind und von Bibliotheken nur im unwahrscheinlichen Fall eines Datenverlusts neu gekauft werden müssen bedeutet für Verleger weniger Verkäufe. Der US-amerikanische Buchverlag HarperCollins will gegen diesen Umstand nun lizenzrechtlich vorgehen. So sollen Bibliotheken dazu verpflichtet werden, Exemplare seiner E-Books nur jeweils 26 Mal zu verleihen. Danach muss das Buch neu gekauft werden, sofern es nach dem Willen des Verlages geht.

Begründet wird diese Forderung damit, dass physische Kopien von Büchern laut dem Verlag im Durchschnitt ebenfalls 26 Mal verliehen werden können, bevor sie ersetzt werden müssen.

Zwei Bibliothekarinnen aus Oklahoma wollten diese Behauptung überprüfen und produzierten ein YouTube-Video, in welchem sie Bücher des HarperCollins Verlag auf ihren Zustand kontrollierten. Demnach war ein Exemplar von Neil Gaimans „Coraline“ nach 48 Ausleihern in einwandfreiem Zustand, eine Kopie von Stuart Woods „Swimming to Catalina“ präsentiert sich sogar nach 120 Leihgaben in einem guten Zustand. Das Video wurde innerhalb einer Woche bereits knapp 19.000 Mal abgerufen.

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