Digital Life
15.12.2013

Elektromüll: Schwellenländer schlimmer als Industriestaaten

Schwellen- und Entwicklunsgländer häufen mehr Elektroschrott an als Industrienationen. 2007 waren die Industriestaaten noch die größten Produzenten von Elektromüll.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer produzieren einer UN-Studie zufolge mehr Elektroschrott als die Industrienationen. Im vergangenen Jahr seien in Staaten wie den USA und Japan sowie den EU-Mitgliedsländern zusammen 23,5 Millionen Tonnen auf dem Müll gelandet. In allen anderen Ländern seien es 25,4 Millionen Tonnen gewesen.

Das teilte die unter anderem von den Vereinten Nationen begleitete Initiative "Solving the E-Waste Problem" (Step) am Sonntag mit. Im Jahr 2007 seien die Industrienationen dagegen noch die größten Produzenten von Elektromüll gewesen. Durch wachsenden Wohlstand in den bisher ärmeren Ländern werde dieser Wandel vorangetrieben.

Trübe Aussichten

So gehe der Anstieg des Elektromüllbergs um schätzungsweise 33 Prozent zwischen 2012 bis 2017 vor allem auf das Konto von Entwicklungsländern sowie wirtschaftlich aufstrebenden Staaten wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, hieß es. 2017 würden pro Jahr weltweit 65,4 Millionen Tonnen Geräte mit Batterien oder Stromkabel im Abfall landen. Die verschrotteten Waschmaschinen, Computer, Kühlschränke und Elektrospielzeuge hätten dann ein Gewicht, das 200 Empire State Buildings entspreche.

Schon in diesem Jahr produziert nach Step-Statistiken jeder Mensch auf der Welt pro Jahr durchschnittlich sieben Kilo Elektromüll. Dabei liegen die Amerikaner mit fast 30 Kilo pro Person vorn, die Deutschen mit gut 23 Kilo ebenfalls weit über dem Durchschnitt. Das E-Müll-Problem erfordere weltweite Aufmerksamkeit, forderte die in Bonn ansässige Initiative. Gerade zu Weihnachten, wenn viele neue Geräte verschenkt würden, müsse das Augenmerk auf ein sachgemäßes Recycling gelegt werden. Nicht selten landen ausrangierte Elektrogeräte in Entwicklungsländern, wo sie Arbeiter für wenig Geld und unter schlechten Sicherheitsvorkehrungen in Einzelteile zerlegen.