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Medizintechnik
01/04/2013

Erbrechender Roboter hilft bei Norovirus-Kampf

Mit "Vomiting Larry" wird in Großbritannien die Ausbreitung von Noroviren erforscht. Die Erreger von Magen-Darm-Krankheiten zeichnen sich durch extreme Ansteckungsgefahr und Überlebensfähigkeit aus. Die aktuelle Saison der Viren ist besonders intensiv.

Im Kampf gegen das derzeit stark grassierende Norovirus setzt man in England unter anderem auf einen erbrechenden Roboter. “Vomiting Larry” wurde vom Health and Safety Laboratory in Derbyshire entwickelt und soll dabei helfen, die Ausbreitung der Viren zu erforschen. Der Roboter würgt und spuckt deshalb eine Salve fluoreszierender Flüssigkeit nach der anderen. Danach sehen sich die Forscher jeweils den Verbreitungsradius der Flüssigkeit an, versuchen die Flüssigkeit zu entfernen und sehen nach, wieviel der Flüssigkeit dem Reinigungsvorgang entgangen ist.

Extreme Ansteckungsgefahr
Noroviren zeichnen sich durch extreme Ansteckungsgefahr aus. Bereits ein winziger Überrest von Erbrochenem enthält genug Viren, um bis zu 100.000 Menschen anzustecken. Noroviren sind Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen. Ihre Hochsaison ist üblicherweise im Winter. Heuer schlägt der Virus besonders hart zu. Alleine in Großbritannien haben sich bereits eine Million Menschen damit infiziert. In den USA erkranken jährlich rund 21 Millionen Menschen aufgrund von Noroviren. 70.000 davon müssen im Spital behandelt werden. 800 US-Amerikaner fallen dem Virus jährlich zum Opfer.

Erst vor wenigen Tagen sorgte der Fall eines Kreuzfahrtschiffes in der Karibik, auf dem über 200 Personen durch das Norovirus erkrankt sind, für Aufregung. Mehrere Pharmakonzerne arbeiten an einem Gegenmittel gegen Noroviren. Die Problematik dabei: Die Viren verändern ihren genetischen Code sehr schnell, sodass entwickelte Mittel schnell wieder unwirksam werden können. Ian Goodfellow, Virologe an der Universität Cambridge rät zu mehr Augenmerk auf richtige hygienische Maßnahmen gegen den Erreger: “Wir raten den Leuten, während dem Händewaschen bis 15 zu zählen und dann sicherzustellen, dass ihre Hände komplett trocken sind.”

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