Digital Life
19.05.2015

EU-Staaten erwägen erneut Abschaffung von Roaming-Gebühren

Lettland, das derzeit den Vorsitz der EU-Staaten hat, wagt einen neuen Anlauf im Streit um die Roaming-Gebühren. Ein Gesetzesentwurf sieht die Abschaffung mit Ende 2018 vor.

Im Streit um die Roaming-Gebühren könnten die EU-Länder nun doch einer völligen Abschaffung zustimmen. Nach einem Vorschlag Lettlands würden die Aufschläge für das mobile Telefonieren und das Surfen im EU-Ausland Ende 2018 gestrichen, wie das „Handelsblattberichtet, dem ein entsprechender Gesetzesentwurf vorliegt. Nach früheren Berichten wollten viele Staaten die Gebühren nicht völlig abschaffen.

Lettland hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten und versucht daher, einen Kompromiss unter den Staaten zu organisieren. Dass dieser Vorschlag auf dem Tisch liegt, bedeutet, dass er Aussicht auf Erfolg hat, wie ein Diplomat in Brüssel am Dienstag erläuterte. Entschieden ist damit aber noch nichts. Das Europaparlament will die Gebühren völlig abschaffen, Auch Österreichs EU-Parlamentarier sind für eine Abschaffung. Unter den EU-Staaten gibt es aber Widerstand. Am Ende müssen sich beide Seiten einig werden.

Zwischenlösung

Der aktuelle Vorschlag sieht laut „Handelsblatt“ vor, dass bis Ende 2018 der Roaming-Aufschlag für 40 Minuten an Telefonaten im europäischen Ausland entfällt. Auch für 40 SMS und Datenübertragungen bis zu 80 Megabyte pro Jahr gäbe es die Extrakosten nicht.

Derzeit dürfen Mobilfunkanbieter von Kunden im europäischen Ausland nicht mehr als 19 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 5 Cent für ankommende Anrufe, 6 Cent pro versendeter SMS und 20 Cent pro Megabyte Daten verlangen. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer.