Digital Life
04.04.2015

Ex-HP-Chefin: Apples Schwulenpolitik ist scheinheilig

In der Diskussion um eine Gesetzgebung im US-Bundesstaat Indiana, die als minderheitenfeindlich gilt, kritisiert die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina den Apple-Chef.

"CEOs wie Tim Cook legen eine Scheinheiligkeit beim Thema an den Tag, die sehr bedauernswert ist", polterte die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina, die von 1999 bis 2005 den Konzern geleitet hatte, in einem Interview mit dem Wall Street Journal. "Wenn Tim Cook sich an all den Orten stoßen würde, wo Schwule und Frauen schlecht behandelt werden, müsste Apple sich von 90 Prozent des Markts zurückziehen, wo es Geschäfte macht, allen voran China und Saudi Arabien", so Fiorina.

Religionsfreiheit vs. Diskriminierung

Hintergrund der Attacke ist ein umstrittenes Gesetz zur Religionsfreiheit im US-Bundesstaat Indiana, das theoretisch Geschäftsinhabern erlaubt, Homosexuelle abzuweisen, wenn sie etwas bei ihnen kaufen wollen. Zahlreiche Politiker, aber auch bekannte CEOs wie Tim Cook haben sich öffentlich dagegen ausgesprochen. Dass die Ex-HP-Chefin das Gesetz so vehement verteidigt, könnte allerdings politische Gründe haben. US-Medien gehen davon aus, dass Fiorina als republikanische Präsidentschaftskandidatin antreten möchte.

Apple-Chef Tim Cook hatte nach jahrelangen Spekulationen um seine sexuelle Orientierung in einem sehr persönlichen Brief reinen Tisch gemacht und sich als homosexuell geoutet. Mit dem Beitrag wolle er dazu beitragen, dass auch andere sich nicht mehr verstecken müssen, so Cook damals.