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Digital Life
04/22/2014

Expertin: Patente von Apple sind maßlos überbewertet

Statt der geforderten 2,2 Milliarden US-Dollar soll die Streitsumme lediglich 38,4 Millionen US-Dollar betragen. Das errechnete eine Wirtschafts-Professorin von Yale.

Der Gerichtsstreit zwischen Apple und Samsung geht bereits in die vierte Woche, der Ton wird aber immer härter. Judith Chevalier, Professorin für Wirtschafts- und Finanzwissenschaften in Yale, hat nun berechnet, dass die von Apple geforderte Summe von 2,191 Milliarden US-Dollar für seine Patente hoffnungslos überbewertet sei. Ihren Berechnungen zufolge sei eher die Summe von 38,4 Millionen US-Dollar angemessen. Chevalier wurde von Samsung als Zeugin vorgeladen.

Zur Berechnung der Summe wandte sie recht ungewöhnliche Methoden an. Sie wertete 66 Smartphone-Tests von 22 Tech-Blogs und Nachrichten-Seiten aus und suchte nach den von Apple genannten Funktionen. Lediglich in 1,07 Prozent der Sätze kommen die von Apple patentierten Funktionen, wie zum Beispiel „Slide to Unlock“ und die systemweite Suche, vor. Der Wert dieser Patente sei laut Chevalier „sehr gering“, statt der geforderten 40 US-Dollar pro verkauftem Gerät hat sie 1,75 US-Dollar errechnet.

Ende in Sicht

Chevalier zufolge schätzt Apple selbst den Wert seiner Funktionen deutlich geringer ein. Für jedes neue iOS-Update sprach man von 100 bis 200 neuen Funktionen, der mit einer neuen iOS-Version generierte Umsatz pro Gerät betrug dabei zwischen 10 und 25 US-Dollar. So kommt sie auf einen tatsächlichen Wert von 5 bis 25 Cent pro Feature. Chevaliers Aussage steht der von Chris Vellturo gegenüber, der im Auftrag von Apple den Wert der umstrittenen Patente errechnet hat.

Demnach seien Konsumenten bereit, zwischen 32 und 102 US-Dollar für gewisse Apple-Funktionen zu bezahlen. Das Verfahren zwischen Samsung und Apple dürfte voraussichtlich diese Woche enden, die Schlussplädoyers werden für Anfang nächster Woche erwartet.